Sonntag, 12. April 2015

Bettikette


Also wir wissen ja nicht wie das bei Euch Zuhause so ist, aber wir Luxusdoggen sind ja sehr fokussiert auf die Art wie wir uns betten. Das konntet ihr ja schon den wissenschaftlichen Arbeiten unsers legendären Sofaexperten Luca entnehmen. Die meisten Hundebetten sind für Doggen total inadäquat, wenn sie nicht sogar schon als abartige Haltungsbedingungen zu werten sind. „Eh Lilly, was issn inadat?“ „Dusselchen, wenn Du nachts auf dem Teppich schlafen müsstest.“ „Wieso muss ich denn jetzt auf dem Teppich schlafen? Mami, die Lilly sagt ich darf nicht mehr ins Bett! Aber bei uns dürfen aber alle ins Bett, und nur weil die Lilly immer zuerst rein springen darf, kriegt sie am meisten Platz. Immer darf die weiße Zicke alles bestimmen, gemein.“ „Och Dusselchen der Boots ruft dich, der hat schon wieder seinen Ball verloren, geh mal schnell suchen helfen.“ „Oh, Ball suchen, oh ja, oh ja, wo ist der Balla? Warte, ich komme Boots!“

Wo waren wir? Richtig, die standardsgemäße Bettikette für Doggen. Da wir in Größe und Gewicht dem menschlichen Körpers entsprechen, liegt es auf der Hand, dass wir auf keinen Fall eine niedrigere Qualität als Schlafgelegenheit akzeptieren sollten, als sie für den Mensch als angemessen gilt. Daher stammt unsere instinktsichere Affinität, es uns auf den Sofas und Betten unserer Menschen bequem zu machen. Bei gut trainierten Doggenmenschen ist es eine Selbstverständlichkeit ihr Sofa und Bett mit ihren Doggen zu teilen. Bei Doggenneulingen sind oft Schulungen mit erfahrenen Doggen notwendig. Wichtig ist nicht nur die Qualität der Matratze, sondern man sollte auch darauf achten sein eigenes Kopfkissen und Decke zu bekommen. Hier ist der unerfahrene Doggenhalter oft komplett überfordert und man muss ihm helfen die Notwendigkeit mehrerer Bettdecken und Kissen im Bett zu erkennen. Da Menschen leider nur durch gute und schlechte Erfahrungen lernen, muss man am Anfang dem Mensch sein Kopfkissen und Bettdecke wegnehmen während er schläft. Ich weiß, das scheint eine etwas drastische Methode zu sein, hat sich aber in der Praxis als besonders schnell wirksam durchgesetzt. Erst wenn der Mensch nachts friert und morgens mit einem steifen Genick aufwacht, erkennt er den allgemeinen Bedarf für extra Kissen und Bettdecken im Bett.

Der zweitwichtigste Punkt ist die Position und Platzverteilung der Doggen im Verhältnis zum Menschen. Um Anfangs den Mensch darauf zu trainieren mit seiner Dogge das Bett zu teilen, sollte man sich zuerst klein am Fußende des Betts zusammen rollen. Da ein Mensch am wenigsten Platz für seine Füße braucht kann man ihn so schrittweise daran gewöhnen seine Schlafposition zu beschränken. Ist der Mensch eingeschlafen, verändert man innerhalb der Nacht mehrfach seine Position und drängt den Menschen vorsichtig in seine Endschlafposition an der Bettkante. Aber Achtung, untrainierte Menschen fallen einem gerne aus dem Bett, und wenn das passieren sollte, war die ganze Arbeit der Nacht umsonst und man muss von vorne anfangen. Als unser Luca unsere Mami trainierte, sicherte er sie anfangs gegen das aus dem Bett fallen indem er sich auf ihre Zudecke legte. Eine wirklich sehr ausgefeilte Technik. Mit je mehr Doggen der Mensch das Bett teilt, je wichtiger ist es natürlich dem Menschen seinen nächtlichen Bewegungsdrang so gut wie möglich abzugewöhnen. Anfangs hilft es, wenn sich zwei Doggen rechts und links vom Menschen auf seine Zudecke platzieren, sodass der Mensch nachts sicher fixiert ist.

Wenn mehr als zwei Doggen im menschlichen Bett verweilen, sollte man:
a) den Menschen freundlich auffordern ein größeres Bett zu kaufen (manchmal ist es hier unerlässlich den Menschen aus dem Bett fallen zu lassen, oder plötzlichen Erstickungsanfällen auszusetzen, indem man sich vorsichtig auf seiner Brust niederlässt),
b) dem Menschen beibringen, dass er nicht unbedingt vertikal zur Bettkante liegen muss.

Das Biegen der menschlichen Gliedmaßen um Doggenkörper ist rein orthopädisch als sehr wertvoll anzusehen. Ist doch der Mensch mit seiner meist sitzenden Tätigkeit tagsüber, nachts sowieso total verspannt, kann man ihm durch die Wärmezufuhr und krankengymnastisches strecken, dehnen, und biegen des Körpers die verspannte Muskulatur entlasten. Das ist anfangs leider etwas schmerzhaft und auch ungewohnt für den Menschen. Er beschwert sich häufig über die wohlgemeinten Maßnahmen, aber verantwortungsvolle Doggen werden sich natürlich nicht durch diese kindischen Nörgeleien davon abhalten lassen das Beste für Ihren Menschen zu tun. Mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch an die variierenden Schlafpositionen und erkennt wiewohl es ihm tut sich um seine Doggen herum zu betten.

Unsere Mami ist natürlich bestens trainiert. Sie kann ohne das Gewicht einer Dogge im Rücken gar nicht mehr einschlafen. Daher schildere ich jetzt Euch unser Bettszenario, sodass ihr vielleicht daraus einige Pointer entnehmen könnt. Also wie unser Dusselchen schon erwähnte, springe ich immer zuerst ins Bett. Zum einem bin ich ja eh die Prinzessin, und zum zweiten muss ich die Positionen der anderen zuweisen und kontrollieren. Ich bin dabei sehr genau, denn ich möchte weder einen Stinkepopo der Jungs nahe meiner Nase haben, noch meinen Schönheitsschlaf durch irgendwelche im Traum zuckenden Pfoten gestört sehen. Denn es ist ja ganz klar, die Jungs gehören zu Mami. Also beanspruche ich die rechte untere Hälfte des Betts für mich. Wenn ich es mir bequem gemacht habe, kommt Mami und deckt mich mit meiner Decke zu. Je nach Laune fordere ich noch ausgiebige Streicheleinheiten ein. Solange haben die Jungs stehend vor dem Bett zu warten. Dann darf der Boots ins Bett springen und er muss sich so klein wie möglich am obersten rechten Kopfende des Betts zusammenrollen. Dabei muss sein Popo von mir wegzeigen, und seine Schnute auf dem Kissen Mami zugewendet liegen, nur für den Fall das sie nachts knutschen will. Auch er wird dann zugedeckt von Mami. Dann darf das Dusselchen ins Bett. Und egal wie oft wir versuchen dem Bub beizubringen seinen Platz richtig einzunehmen, schafft er das nicht auf Anhieb. Mami muss sich erst ins Bett legen und ihm ihre Beinkuhle anbieten als Leitlinie, sodass er sich da zusammenrollen kann. Und wehe die Jungs kriegen das nicht gleich hin. Muss ich mich erheben um sie zu korrigieren, müssen alle vom Bett runter und von vorne anfangen, außer mir natürlich. Anbei ein anschauendes Bild minus Mami, da sie ja auf den Auslöser drücken muss.


Ich hoffe die hier lesenden Hunde konnten meinen Erläuterungen nützlichen Pointers in dem Umgang mit Menschen im Bett entnehmen. Solltet ihr noch Fragen haben, dürft ihr Euch selbstverständlich vertrauensvoll an mich wenden.
Eure Lilly