Freitag, 24. Januar 2014

Plötzlich Prinzessin…

Die Herbstgeschichte die jetzt eine Wintergeschichte ist...

Anmerkung einer sporadisch echauffierten Doggen-Prinzessin die es eine Unverschämtheit findet nicht 24 Stunden Doggen-Bedienungspersonal zur freien Verfügung zu haben:

Tja, eine Nummer an die Herbstgeschichten dran zu machen hätte sich unsere Mami auch sparen können. Sie hat natürlich gedacht dass sie null Probleme haben würde wenigstens eine unserer Geschichten im Monat schreiben zu können. Aber wie man sieht PUSTEKUCHEN!
Ihre Ausrede ist mal wieder die übliche, viel Arbeit und natürlich die ganze Zeit die sie verbringt uns zu bemuttern und zu bespassen. Gut zugegeben, ich spiele auch lieber eine Runde „zerr-den-Donut“ als ihr beim Tippen zu zugucken, aber schließlich könnte sie ja auch mal fleißig sein wenn wir auf dem Sofa pennen. Aber nein, da muss sie dann ja Doggen-Schals zugunsten von Notdogge stricken. Und ja, das sind Schals für Doggen wenn es kalt ist. Ich habe mir natürlich den Prototyp unter die Kralle gerissen, nur waren leider der gelbe Dussel und der schwarze Schleimer schneller als sie Doggen-Pullover gestrickt hat. Da musste ich dann natürlich auch einen eigenen anfordern.

Egal, jetzt habe ich sie lange genug genervt endlich meine Geschichte zu schreiben auf die ihr jetzt schon ganze D-R-E-I Monate warten musstet. Ich verlasse mich darauf dass ihr uns in Zukunft beim „Mami nerven“ helft damit sie wieder schneller in die Puschen kommt und regelmäßiger schreibt.

Also jetzt kommt, TADA, meine Herbstgeschichte 2 die jetzt eine Wintergeschichte ist, aber die trotzdem im Herbst geschah und zwar genau genommen am 16. Oktober 2010 irgendwo in Bayern…

Plötzlich Prinzessin…

Was heißt hier „Plötzlich“ Bitteschön? Ich war schon immer zu Höherem geboren.

He, jetzt halte mal die Luft an Süße, wer schreibt den jetzt deine Geschichte Du oder ich?

In Anbetracht dessen das Du mir zu Weihnachten wieder kein schickes Tablett gekauft hast mit einer Tastatur die groß genug für meine Edelkrallen ist, werde ich mich wohl damit genügen müssen dir zu diktieren. Und das heißt Du schreibst die Geschichte so wie ich sie erlebt habe.

Wir einigen uns die Geschichte zusammen zu schreiben, denn es gibt da einige Informationen die unsere Leser im Klartext haben sollten.

Ach nee, und mein eloquenter, literarisch und künstlerisch wertvoller Stil ist unklar, ja?

Lillys Geschichte begann für mich als ich eine Anzeige in einem Internetportal fand in dem sie und ihr Bruder, damals 5 Monate alte Welpen, wegen ihrer Taubheit verschenkt werden sollten. Als längeres Mitglied bei Notdogge e.V. schaue ich des Öfteren Anzeigen durch um potentielle Notkandidaten zu finden bevor diese es werden. So auch mit diesen tauben Welpen. Ich meldete diese Anzeige an unserem Vorstand der dann die Besitzer der Welpen kontaktierte und überredete die Welpen an unsere Organisation zu geben, sodass sie kompetent vermittelt werden können. 

Siehste, ich wusste es, da fehlen jetzt schon ganze F-Ü-N-F Monate meiner Geschichte. Fünf Monate in denen ich von einem winzig kleinen, süßen, weichen weißen und rosa Welpen zum süßen, wunderschönem, intelligenten Hundekind wuchs. Und das war nicht immer einfach mit 10 Geschwistern. Meine Eltern lebten vorwiegend draußen und konnten aber auch im Wintergarten liegen. Dort wurden wir geboren. 


Meine Mami war recht tüchtig, doch irgendwie bekamen ich und meine weißen drei Brüder nie mit wann die Milchbar geöffnet war und wir verschliefen oft die Fütterung. Unsere menschliche Ziehmutter musste uns dann mit der Flasche nach füttern.


Lilly und ihre drei weißen Brüder sind tatsächlich etwas Besonderes. Alle vier wurden taub geboren als Folge einer Doppel-Merle Verbindung. Das Merle Gen ist auch bei Doggen für das schwarz-weiße oder auch grau-weiß gefleckte Fell verantwortlich. Verpaart man zwei gefleckte Doggen ist die Chance sehr hoch das weiße Welpen mit Sinnesbehinderungen (taub, blind, oder auch beides) geboren werden. Deshalb fallen Doppel-Merle Kreuzungen in Deutschland unter Qualzucht des Tierschutzgesetzes und sind verboten. Lillys Mutter ist eine gefleckte Hündin und ihr Vater ein Grautiger (grau-gefleckt).
In anderen Ländern, wie in der USA, Italien, Frankreich und in vielen Ostländern, ist die Kreuzung von gefleckt x gefleckt noch erlaubt, weil man sich davon verspricht schönere gefleckte Doggen zu erhalten. Man nimmt dabei in Kauf das behinderte Welpen fallen und in den meisten Fällen werden diese erst gar nicht aufgezogen. In Deutschland ist diese Art der Züchtung verboten, wird aber oft von Vermehrern einfach gemacht und es gibt selbst Fälle in renommierten VDH Vereinen die eine solche Kreuzung vertuscht vornehmen.

Unseren menschlichen Zieheltern gehören beide unsere Eltern, und leider hatten sie keine Ahnung dass wir Welpen als Hörnixe oder Sehnixe auf die Welt kommen könnten. Unsere Eltern waren ihre ersten Doggen und sie dachten sich nichts dabei sie Welpen haben zu lassen. Aber ganz nebenbei, undankbar bin ich nicht das es passiert ist, sonst wäre ich ja jetzt nicht da und wer würde dann hier das Rudel managen?

Einer der Gründe warum Notdogge Lillys „Züchtern“ half war die Tatsache dass sie wirklich nicht wussten was sie bei dieser Verpaarung zu erwarten hatten. Und das sie sich bereit erklärten beide Elterntiere nach der Übernahme der zwei Welpen kastrieren zu lassen um eine weitere Vermehrung dieser Art auszuschließen. Die „Züchter“ der Welpen hatten die vier weißen Welpen zu einem Spezialisten gebracht, der sie über die Behinderung der Welpen und der Ursache ihrer Taubheit aufklärte.


An sich ist die Taubheit eines Hundes nicht eine unüberwindbare Behinderung, hat aber seine Tücken wenn der Welpe von Geburt an taub ist. Welpen lernen ihre Beisshemmung indem sie mit ihren Geschwistern spielen und diese mit ihren spitzen Zähnchen zwicken. Zwicken sie zu fest, quietscht der gezwickte Welpe auf und bricht das Spiel ab. Da Welpen aber spielen möchten, lernen sie schnell einen weichen Fang im Spiel zu haben. Taube Welpen hören ihre Geschwister nicht quietschen oder schreien und entwickeln dadurch keine Beisshemmung. Auch werden sie dadurch schnell im Wurf isoliert, denn keine der anderen Welpen hat Lust ständig fest gezwickt zu werden. Die anderen Welpen fangen an die weißen Welpen zu meiden oder sogar zu verdrängen. Schlimmstenfalls werden die Welpen dann auch noch hart von der Mutter korrigiert und das kann sogar zu ernsten Verletzungen führen. Bestenfalls jedoch wächst der Welpe isoliert auf und lernt von Anfang an dass die anderen Hunde ihn nicht akzeptieren oder meiden. Auch wichtige Dinge wie Kontaktliegen, säubern, und andere soziale Interaktionen finden dadurch oft nicht statt. Das wiederherum kreiert einen Welpen der zwanghaft sehr selbstständig ist und sich eher zu einem schwer beeinflussbaren Einzelgänger entwickelt.


In Lillys Fall waren ja vier Welpen davon betroffen. Diese vier hatten wohl vermehrt Kontakt miteinander, was diesen Effekt etwas gemildert hat. Sicherlich hätte man dieser Entwicklung der Welpen frühzeitig entgegen wirken können indem man sich besonders intensiv mit diesen Welpen beschäftigt, aber das hatte hier leider nicht stattgefunden. Die Elterntiere und die Welpen waren ja im Garten untergebracht und wuchsen ohne viel zutun der Besitzer im Freien auf. Als ich Lilly das erst Mal live sah war sie kern gesund und munter. Ein absolut frech-witziges fünf Monate altes Hundekind, sehr selbstbewusst und ohne jegliche Angst oder Zurückhaltung. Leider hatte sie auch null Sozialisation mit anderen Hunden als ihren Wurfgeschwistern und Eltern genossen. Hatte noch nie das Grundstück verlassen, noch nie Halsband und Leine getragen, war natürlich nicht im Haus sauber, und kannte keine Interaktion oder Zusammenarbeit mit einem Menschen. In jeder Hinsicht also ein weißes Blatt.

Als ich Mami das erste Mal sah waren Ghost und ich sehr aufgeregt. Alle unsere Geschwister waren schon lange weg. Immer wenn Besuch kam nahmen sie einen von ihnen mit. Nun war schon lange kein Besuch mehr da gewesen und Ghost dachte wir würden wohl immer bei unseren Eltern bleiben, obwohl die schon richtig rotzig wurden wenn wir sie immer beim Schlafen störten. Aber dann kamen Mami und noch eine Frau uns besuchen. Unsere Mutter und Vater schossen zu Begrüßung laut bellend vor um erst mal den Besuch auf Doggen-Tauglichkeit zu überprüfen. Aber die beiden Frauen lachten sie aus und nahmen sich die Zeit die beiden zu knuddeln. Das war unser Startschuss! Bahn frei! Hier komme ich! Ich rannte so schnell ich konnte auf Mami zu, denn ich wusste gleich die wird mir gehören und die lass ich hier ohne mich nicht mehr weg. Ghost hatte keine andere Wahl, er musste sich mit der anderen Frau begnügen. Ich machte einen riesen Satz und sprang Mami in den Schoss. Noch bevor sie irgendetwas machen konnte hatte ich ihr schon einen dicken Kuss verpasst und mich gleich sicherheitshalber in ihre Jacke verbissen sodass sie nicht mehr weg laufen kann.

Allein schon bei Lillys sehr stürmischer Begrüßung war mir klar was da in den nächsten Wochen und Monaten an Erziehungsarbeit auf mich zukommt. Ursprünglich hatten wir keine Pläne noch einen Hund zu übernehmen. Mit drei großen Hunden war eigentlich unser Bedarf voll gedeckt und unser finanzielles Budget gut ausgelastet. Bei Notdogge hatte man für den Bruder für Lilly einen Pflegeplatz gefunden, aber nicht für Lilly. Und ich stufte die Gefahr das eine Hündin, die verschenkt wird, als Gebärmaschine benutzt werden könnte weitaus höher ein, als das der Rüde zum vermehren benutzt wird. So entschlossen wir uns nach einem ausgiebigen Familienrat dass wir Lilly eine Pflegestelle und die nötige Erziehung bieten bis sie zu einem guten Endplatz vermittelt werden kann. Soweit der Plan.

Der schönste Plan von Mensch und Maus…, haben sie komplett ohne mich gemacht, deshalb hat er auch nicht funktioniert. Mir war von Anfang an klar das ist meine neue Mami und die gebe ich auch nicht wieder her. Außerdem hat sie ja auch fast weiße Haare und auch so blaue Augen wie ich und ihre Haut ist auch ganz weiß und pink, deshalb wusste ich auch dass sie meine Mami ist. Und als ich ihre Taschen sortiert habe (die haben so gut gerochen und waren auch voller Leckerchen), da habe ich ein pinkes Halsband gefunden. Ich wusste zwar nicht gleich was das war und wozu es zu gebrauchen ist, aber als Zerrspielzeug war es durchaus geeignet. Irgendwie gelang es Mami mir es abzunehmen und um meinen Hals zulegen. Boah, das war ein fieser Zug! Die nächsten Minuten versuchte ich mir wieder das vermaledeite Ding wieder vom Hals zu ziehen. Warum bindet man so ein tolles Zerrspieli einem Welpen um den Hals, wenn man gar nicht dran kommt? Aber sie war noch nicht fertig, schnell klinkte sie noch eine pinke Leine an das Halsband. Jetzt kapierte ich was sie vor hatte, sie hat noch eine bessres Zerrspieli angebracht sodass ich mich optimaler verbeißen konnte und mit dem Ding um den Hals konnte ich ja auch jetzt viel besser mein Gewicht einbringen um zu ziehen. Schlaue Mami, da hätte ich auch drauf kommen können. 

Klein Lilly das erste Mal an der Leine in ihrem Leben hatte etwas von dem Film „Der Alte Mann und das Meer“. Der kleine Derwisch hing mit den Zähnen in der Leine und hüpfte und zerrte was das Zeug hielt. Ihre blauen Augen strahlten und man sah wieviel Spaß ihr dieses Spiel machte. Ich war sehr froh das sie keinerlei Angst oder Kontaktscheue zeigte und auch das sie einen so ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb hatte. Diese Tatsache würde uns in der Zukunft sehr bei ihrer Erziehung helfen. Lilly war schon mit 5 Monaten recht groß und schwer für ihr Alter, und hatte bestimmt schon an die 30 kg. Deshalb wollte ich sie auch nicht einfach hoch heben und in mein Auto tragen. Und einfach an der Leine ziehen wollte ich auch nicht, sie sollte das Halsband und die Leine gleich mit etwas Gutem verbinden, wenn auch nicht gerade als Zerrspieli missbrauchen. Ich ging zu meinem Auto und holte unsere Beißwurst (ein richtig gutes Zerrspieli) und lockte sie damit ins Auto. Ich warf die Beißwurst, sie flitzte hinterher und nahm sie auf und schüttelte sie kräftig. Spannend war das sie das Spieli gleich zu mir brachte sodass ich mit ihr ein Zerrspiel machen konnte. Drei Würfe und ich hatte sie ihm Auto ohne das sie einmal zurück gesehen hatte.

Ihr Bruder war etwas sensibler und auch ruhiger. Er miefte nur leise als wir ihn im anderen Auto unterbrachten. Die jungen Eltern der Welpen waren eher uninteressiert an uns und das wir die Welpen mitnahmen.

In meinem neuen Auto lag ein dickes weiches Fellkissen mit rosa Umrandung, und noch besser auf dem Kissen lag ein dickes riesengroßes leckeres Schweineohr. Ich machte mich über das Schweineohr her und mampfte das erst mal in Ruhe. Erst als ich fertig war merkte ich dass das Auto so ganz komische Geräusche machte und sich bewegte. Verschreckt sah ich auf und zum ersten Mal in meinem Leben war ich ganz alleine. Warum war Ghost nicht bei mir? Und wo waren meine Eltern? Und ich konnte Mami riechen aber nicht sehen. Ich saß in einem großen Käfig ganz alleine. Also machte ich was alle Welpen in so einer Situation machen würden ich fing an zu weinen. 

Auf einmal fing Lilly an zu schreien, nicht zu weinen oder zu winseln wie andere Hunde, aber richtig laut jaulte es hinter mir in den höchsten Tönen. Ich erschreckte mich und parkte das Auto am Straßenrand um nach Lilly in der Box hinten zu sehen. Ich dachte sie hätte sich wehgetan. Sobald sie mich sah hörte sie sofort auf zu Schreien und begrüßte mich in ihrer schon gewohnt stürmischen Art. Nach dem ich mich versichert hatte das ihr nichts fehlte wollte ich die Fahrt fortsetzen, doch sobald ich die Seitentür meines Vans wieder schließen wollte fing Lilly wieder an wie am Spieß zu schreien. Leider hatte von meiner Familie niemand Zeit mit mir Lilly abzuholen und ich war alleine. Das hieß wollten wir jemals Zuhause ankommen, musste ich weiterfahren. Aber Lilly hörte nicht auf zu schreien bis sie mich sah. Also nahm ich sie aus der Box und verfrachtete sie nach vorne in den Beifahrer Fußraum.
Aber auch damit war sie nicht zufrieden, schnell kletterte sie auf den Beifahrersitz und gab mir ihre Pranke zum halten. So fuhren wir dann nach Hause, entweder hielt ich ihre Pfote oder sie hielt meine Finger wie einen Schnuller im Maul. So lange sie meine Hand hatte, so lange schlief sie und war brav. Brauchte ich eine zweite Hand zum Lenken wachte sie unter Protest gleich auf und verlangte meine Hand zurück. Gott sei Dank fahre ich einen Automatik, hätte ich eine Gangschaltung bedienen müssen hätte das so nicht geklappt.

Zuhause angekommen wollte ich erstmal die Hunde mit Lilly im Garten zusammenführen. Mein Plan war erst Sophie zu ihr zu lassen, dann Leo und zum Schluss Luca. Aber heute ging nichts so wie ich mir das vorgestellt hatte. Lilly und ich warteten im Garten und mein Mann hatte einfach die Türe zur Scheune offen und schwupp war Lilly von ihrem neuen Rudel umringt. Ich hätte jetzt damit gerechnet dass die Kleine Angst kriegt und sich auf den Rücken wirft oder wenigstens unterwürfig ein Bächlein macht. Weit gefehlt, die kleine größenwahnsinnige Zicke zeigte gleich ihre Beißerchen und fauchte frech. Die Großen waren fassungslos, sie schauten mich alle drei vorwurfsvoll an und stakten davon um Klein Lilly gebührend zu ignorieren und mich gleich mit. Hatte ich es doch gewagt ihnen diese kleine Furie vor die Nase zu setzen.

Als ich in meinem neuen Zuhause ankam musste ich gleich mal die Rangfolge klären und den anderen klar machen das sie von heute an eine neue Führung hatten. Natürlich zollten die mir auch gleich den gehörigen Respekt und nahmen etwas Abstand. Dann nahm ich gemütlich mein neues Reich in Augenschein, machte Pippi über alle vorhandenen Marken im Garten. Das war sehr anstrengend da der große Schwarze und der gelbe Dussel sofort wieder über meine Marken drüber pinkelten. Und gemeinerweise hatten die beiden zusammen viel mehr Pippi als ich. Also musste ich meine Aktivitäten in nach drinnen verlegen. Es gab gar keine Marken in der großen Scheune also drückte ich mal ganz fest und setzte ein nettes Häufchen rein. Da sollten sie doch mal das besser machen. Der gelbe Dussel setzte gerade an mein Häufchen auch zu begießen als Mami ihn böse anknurrte und mich und mein Häufchen beschützte. Gut zu wissen dass sie auch der Meinung war das ich jetzt das Rudel übernehmen sollte.

Mami ging weiter ins Haus und ich ging mit. Die anderen kamen hinterher, aber ignorierten mich weiter. Also konnte ich die Besichtigung ungestört fortsetzen. Auf meinem Weg ins Wohnzimmer sammelte ich alle herumliegenden Spielsachen ein und legte sie in eine Ecke auf der Couch. Dann legte ich mich auf die Spielsachen und jaulte bis Mami sich neben mich setzte, ich ergriff ihre Hand und rollte mich zufrieden für ein Nickerchen ein. 

 Da saßen wir nun alle mein Mann, meine Hunde und ich staunten diese weiß-rosa Quirl das sich es auf dem Sofa bequem gemacht hatte und zufrieden an meiner Hand schmatze und schlief mit herunter hängenden Kinnladen an. Mein Mann brachte nur raus: „Oh Boy, oh Boy…“ Und ich antwortete perplex: „But its a Girl.“ Er meinte nur das ist kein Mädchen, das ist eine Queen B (sein Ausdruck für Queen-Bitch was man so etwa mit Superzicke übersetzen könnte). Auf was hatten wir uns da eingelassen? Mein Luca war schon ein sehr bestimmender Hund. Konnte das gut gehen? Wann würde er ihr die Leviten lesen? Und ich konnte schlecht den ganzen Tag damit verbringen mit Lilly Händchen zu halten. Mir wurde nun endgültig klar auf welche Aufgabe ich mich da eingelassen hatte. Was ich nicht wusste zu der Zeit war wie sehr Lilly unser Leben bereichern würde, wie gut sie dann doch in unser Rudel passte, wie sehr wir sie alle ins Herz schließen würden und wie unmöglich für uns auch der Gedanke wurde sie je wieder herzugeben.

Ha, ich wusste es von Anfang an. Mein Rudel und meine Mami daran habe ich noch nie gezweifelt. Und auch mein Daddy.


 Um es mal etwas kürzer zu sagen die nächsten Tage, Wochen und Monate waren sehr ereignisreich und auch sehr schön und manchmal extrem stressig und nervig. Lilly war wirklich zuerst fast ein Vollzeit Job. Die ersten Wochen war ich fast ausschließlich mit ihr beschäftigt. Sie musste noch soviel lernen und sie beanspruchte mich den ganzen Tag mit einer lässigen Selbstverständlichkeit. Ich glaube diese Geschichten werde ich noch schreiben müssen. Hier sprengen sie den Rahmen des Blogs. 


Siehste sagte ich dir doch, meine Geschichte ist die allerbeste, und allerlängste und du solltest schon längst ein Buch über uns geschrieben haben.

Lilly Schatz, jeder Hund hat seine Geschichte und wenn jeder Hund ein Buch hätte wäre die Welt voller Hundebücher.

Und das wäre doch nichts Schlechtes. Immer noch besser als etwas über langweilige Menschen zu lesen.

Vielleicht schreiben wir an deiner Geschichte später weiter. Die nächste Geschichte wird Leo gehören und wie er zu uns kam.

Die Geschichte des Dusselchen wird bestimmt eine Sommergeschichte so lange wie Du brauchst etwas zu schreiben. Aber keine Angst Dusselchen ich helfe dir Mami zu nerven J. Bis demnächst Tschüsssi!