Mittwoch, 10. September 2014

Der Preis eines Seelenhundes oder “A Pound of Flesh”

Der Begriff Seelenhund wird ja heute recht oft benutzt. Jeder Hundebesitzer liebt seine Hunde und versucht das auch zum Ausdruck zu bringen. Und ganz klar, wenn einer einen Seelenhund hat, hat der andere mindestens drei.


Auch ich habe in meinem Leben schon sehr viele Hunde besessen und auch sehr geliebt. Aber seit Luca weiß ich, dass man wirklich sehr tief mit einem Hund verbunden sein kann. Eine Verbindung die über die „normale“ Beziehung zu einem Hund hinausgeht. Im Banalsten ist es das „Arsch auf Eimer“ Prinzip, im abgehoben Sinn fast eine Symbiose. Es ist schon etwas dran an dem Spruch das man nicht unbedingt den Hund bekommt den man will, aber den Hund den man braucht.

Ich hatte nie geplant eine, geschweige denn drei Deutsche Doggen zu besitzen. Bevor ich Luca an einer Autobahnraststätte als Welpe fand, plante ich mir einen Gordon Setter zu kaufen und hatte schon einige Züchter in der engeren Auswahl. Ich bin mit Münsterländern, Irischen Settern, Heidewachteln und Teckel aufgewachsen. Meine Sophie war wohl ein Labrador-Setter Mix, und mir lagen Jagd- und Vorstehhunde schon immer.

Aber Erstens kommt es immer anderes, als man Zweitens denkt. Seelenhunde sind vielleicht zum Teil vorbestimmt, aber ich denke sie entwickeln sich auch dazu. Klein Luca stellte kurz nach seiner Ankunft bei mir Zuhause mein Leben mal eben auf den Kopf. Ich hatte schon einige Welpen gezogen und ging recht routiniert an Lucas Erziehung heran. Nur Luca fiel aus jedem mir bekannten Schema X. Er war nicht leicht zufrieden zu stellen mit Futter, Spiel, Schlaf und Zuwendung, nein, er wollte mehr und das bitte durchgehend. Wenn ich ihn auch nur Minuten alleine ließ, fing er jämmerlich an zu schreien. Nicht zu winseln, jaulen oder bellen, nein er schrie. Dabei war er nicht ängstlich oder verschreckt, nein er forderte mich nur sehr bestimmt dazu auf mich aller Zeit gefälligst in seinem Dunstkreis zu bewegen.



Da Trouble mein voriger Hund sehr ängstlich bis panisch von Natur aus war, hatte ich zu der Zeit eine etwas einseitige Prägung und deutete Lucas Geschrei als Verlustangst. Ja, ein mitleidiges Lächeln ist schon angesagt, der Bursche hatte mich in kürzester Zeit auf seinem Speed Dial und rief kontinuierlich durch. Es führte dazu, dass ich ihn kaum alleine lassen konnte. Ich nahm ihn also mit ins Büro, machte Home Office wie ich konnte, verminderte meine Geschäftsreisen usw. Je größer er wurde, je schwieriger wurde es ihn im geschäftlichen Bereich mitzunehmen. Über kurz oder lang wechselte ich meine Arbeitsstelle um volles Home Office zu haben. Luca hatte auf der ganzen Linie gewonnen, er hatte mich jetzt 24 Stunden fest in den Pfoten und bestimmte unseren Tagesablauf.

Luca hatte die Seele eines Bahnbeamten, man konnte die Uhr nach Luca stellen. Morgens Punkt 5:30 Uhr war die Nacht herum und spätestens um 6:00 Uhr war man auf der ersten Runde. Um 6:30 gab es das Frühstück, und wehe es war kein Leberwurstbrot dabei. Von 7:30 bis 12:00 Uhr mittags durfte ich arbeiten unter der Aufsicht von Luca der immer unter 1 m Distanz von mir schlief. Um 12:00 war die große Mittagsrunde angesagt. Ab 1:30 Uhr durfte ich wieder bis 16:00 Uhr arbeiten und dann war Abendessen angesagt. Danach durfte ich mich seiner Pflege und seinem körperlichen Wohlbefinden widmen, auch gerne mit ausgiebigen Massagen. Wenn ich kochte, war er bei mir in der Küche um vor zu kosten und zu stibitzen und abends beim Fernsehen gucken war natürlich kuscheln auf dem Sofa angesagt. Punkt 22:00 Uhr nach einer kurzen Abendrunde wollte der Herr ins Bett und natürlich nicht alleine.

Mir war lange nicht bewusst wie sehr Luca meinen Alltag bestimmte. Ich war der Meinung eine Routine tut einem Welpen gut, und Luca war der Meinung mit einer guten Routine hat er die Lage und mich besser im Griff. Es kam wie es kommen musste, Luca kam in die Pubertät und verselbstständigte sich weiter. Nur waren die Folgen für mich wesentlich unangenehmer, denn Luca pöbelte gerne. Er pöbelte andere Hunde an und natürlich auch Leute und zog mich Rodeo Style durch die Gegend. Unsere Spaziergänge wurden für mich zur Qual und ich ging mit Luca anderen immer weiter aus dem Weg. Kurzum, bald war es nicht mehr erträglich und ich sah ein, dass Luca erhebliche Erziehungsdefizite hatte.

Ich begab mich, Luca und seine Erziehung in kompetente Trainerhände. Die nächsten zwei Jahre stritten Luca und ich uns teilweise heftig über die Inhalte seiner Erziehung. Luca war ein ausgesprochen Charakterstarker und selbstbewusster Hund und nur weil einer meinte, er könne ihm sagen was er zu tun oder zu lassen hat, hieß das noch lange nicht das Luca es auch annahm. Die mildeste Form seines Protests war den Menschen völlig zu ignorieren, aber wenn das nicht half, konnte Luca auch sauer werden und dann knurrte oder schnappte er auch mal. Um Luca eine gute Besitzerin zu sein, musste ich eine bessere Hundeführerin werden. Ich hatte eine sehr steile Lernkurve vor mir. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur Hunde erzogen die mir gefallen wollten und sehr leicht erziehbar waren.

Aber meine Liebe zu Luca war groß genug mich dieser Aufgabe zustellen, auch hatte er meinen Ehrgeiz entfacht, und ganz so leicht wollte ich nicht das Feld räumen. Was folgte war ein manchmal sehr steiniger Weg mit einigen Rückschlägen, aber weder Luca noch ich gaben auf. Das Schönste daran war das wir Freude am Arbeiten entwickelten. Luca drehte sich von einem Hund der mich nur als Personal sah, zu einem Hund der aufmerksam und präzise mit mir arbeitete. Je mehr wir zusammen arbeiteten, je enger wuchsen wir zusammen. Wir erreichten oft einen Zustand voller Harmonie wo es schon schien als würden wir durch unsere Übungen zusammen tanzen. Wenn wir das schafften, strahlten seine klugen Augen voller Freude und er lächelte über das ganze Gesicht.


Auch Zuhause hatte sich die Situation wesentlich verbessert, er war immer noch mein liebevoller Schatten, aber ich konnte ihn auch mal wegschicken wenn er im Weg war. Er konnte gut alleine bleiben und nahm auch seine Aufgabe als Wachhund gerne auf, wenn ich nicht da war. Tatsache ist, dass Luca mich in diesen Jahren genauso viel, wenn nicht mehr erzogen hat als ich ihn.

Aber die Beziehung wurde immer tiefer je mehr wir auf einander achteten. Ich begann ihn zu beobachten und konnte schon an den kleinsten Bewegungen seine Gemütslage erfassen und umgekehrt. Unsere Unterhaltung wurde eine ohne Worte. Und obwohl wir durchaus ohne den Anderen klar kamen, waren wir am Glücklichsten wenn wir unsere Zeit zusammen verbringen konnten. Luca wusste immer wann ich seinen seelischen Beistand brauchte und umgekehrt.
Als ich einmal eine schwere Grippe hatte und mit den Hunden allein Zuhause war, half er mir ins Badezimmer und zurück ins Bett weil ich so zittrig und schwach vor Fieber war. Er bot mir seinen Rücken zur Stütze an. Er blieb bei mir die ganze Zeit im Bett und verließ mich nur um draußen sein Geschäft zu verrichten. Er hatte auch keine Probleme dunklen Elementen gleich klar zu machen, dass er mich bis aufs Blut verteidigen würde. Luca stand in jeder Situation souverän an meiner Seite und für mich gab es nichts Schöneres als an seiner Seite zu stehen.

Unsere Beziehung vertiefte sich mit jedem Jahr. Es war manchmal schon komisch, bekam ich eine Erkältung, hatte er sie auch. War mir schlecht, kotzte er. Hatte er Durchfall konnte ich davon ausgehen das mich das Übel auch heimsuchen würde. Wir fühlten die Schmerzen, Freude, Ärger und auch Frustrationen des Anderen. Bis zum Schluss, als er sehr krank wurde. Wenn er nicht mehr hoch kam, verbrachte ich meine Nächte mit ihm auf seiner Matratze und wir litten zusammen.


Und dann kommt dieser beschissene Moment wo man schlagartig wieder alleine ist. Man hat immer noch die gleiche Familie, Freunde, und auch die anderen Hunde und trotzdem ist da das Gefühl jetzt ganz alleine zu sein. Dieser Verlust, dieses Pfund Fleisch, das aus Herz und Seele gerissen wird, ist der Preis einen Seelenhund gehabt zu haben. Der Schmerz ist sehr heftig und die Trauerarbeit super hart. Aber egal wie weh es jetzt tut, ich würde alles auf Stelle noch mal machen, auch die nicht so tollen Zeiten, nur um diesen Hund in meinem Leben zu haben.

Ich hatte das Glück von Lucas 9 Jahren circa 6 Jahre die Welt durch seine Augen zusehen. Ich konnte mit ihm in der Gegenwart leben wie Hunde es nun mal tun und dabei Vergangenheit und die Sorgen um die Zukunft vergessen. Alleine gelingt mir das noch nicht so richtig, aber ich übe fleißig mit Leo und Lilly das beizubehalten. Ich weiß nicht ob ich je wieder einen Seelenhund bekomme, aber ich bin sehr dankbar dass ich einmal so eine Beziehung mit einem Hund erleben durfte. 


Freitag, 22. August 2014


 Es ist immer so schwer einen Seelenhund zu verlieren. Aber ich habe ihm immer versprochen das ich ihn nicht leiden lasse. Und dieses Versprechen musste ich dann letzten Donnerstagabend einlösen. Luca hatte sich nicht wieder vollständig von seiner Krankheit im Mai erholt. Er hatte immer wieder Rückfälle, erst alle paar Wochen, dann alle paar Tage. Er kam zwischendurch nicht hoch, er hatte viel Durchfall und es ging ihm oft schlecht und er brauchte Schmerzmedis. Am Donnerstag war es besonders schlimm und wir haben ihn dann erlösen lassen. So sehr er mir fehlt, war es doch die richtige Entscheidung. Wenigstens tut nur mir jetzt was weh.

Mittwoch, 13. August 2014

Lillys Bericht vom Notdoggenstand in Nördlingen

Sonntagmorgens wo die meisten anständigen Doggen noch poofen dürfen, hat mein beklopptes Frauchen und ihre Freunde mich und den Lord in die Autos gepackt. Aber ich habe ihr schnell verziehen als ich hörte wo es hin ging. Endlich hatte Frauchen kapiert das ich als schönste aller Notdoggen selbstverständlich den gebührenden Rahmen brauche. Wir fuhren zu der Schönheitsshow CAC/VDH Nördlingen der Kynologischen Gesellschaft für Deutsche Doggen e.V. mit Vergabe Bayernsieger, Bayernjugendsieger und Bayernveteranensieger. Klar, dass ich da als Notdogge die Show gewonnen hätte, denn ich habe ja ganz blaue Augen und ein ganz feines weißes Fell, aber das Frauchen hat mir erklärt dass ich nicht teil nehmen darf, weil sonst die anderen Doggen keine Preise gewinnen und sie und ihre Besitzer dann ganz traurig sind.

Und wenn alle Besitzer traurig sind, dann kaufen die keine Notdoggenartikel und dann sind alle Notdoggen traurig. Also habe ich mein charmantes Wesen zur Schau gestellt und ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit gemacht.

Natürlich haben wir den VIP Platz mit unserem Notdoggen-Pavillon am Eingang der Show für uns beansprucht. Während das Personal aufbaute, habe ich es mir mit meiner neuen pinken Lieblingsdecke im Auto gemütlich gemacht und die Leute beobachtet.



Endlich waren wir soweit und konnten mit dem Verkaufen anfangen. Besonders gut liefen natürlich die T-Shirts. Manche Leute dachten nämlich dass es regnen würde und hatten sich zu dick angezogen. Und wenn Engelchen wie ich reisen scheint natürlich die Sonne, und Schwupps wurde das denen zu warm und dann brauchten sie ein T-Shirt. Und wir hatten ja ganz zufällig T-Shirts dabei, genial nicht?


Ich habe natürlich Friedel und Frauchen beratend zur Seite gestanden. Aber Friedel hat wenigstens ein bisschen mehr Ahnung als Frauchen von Mode. Ich hätte am liebsten ein pinkes T-Shirt gehabt, aber das kam mal wieder nicht in meiner Größe, wie immer, und dabei bin ich doch so klein und zierlich, verstehe ich gar nicht. Eigentlich ist ja der Verein für uns Notdoggen da, da könnte man doch meinen das sie genug T-Shirts in Doggengröße hinkriegen, oder?


Denn die meisten Leute kamen eh nur wegen mir und Lord an den Stand um uns streicheln. Die hatten sogar eine Skulptur von mir mit zum Verkaufen. Aber gekauft hat die niemand, denn man hat die falsch angemalt, ich habe doch gar keine Flecken im Gesicht und meine Augen sind blau und nicht schwarz. Aber Menschen sind halt manchmal ein bisschen dusselig. Daher habe ich mich auch der Aufgabe gewidmet den Nachwuchs gleich ordentlich auf Doggen zu prägen. Damit kann man nie früh genug damit anfangen. Sozialisation ist ja so wichtig für die Kleinen.


Alles in Allem war es ein toller Tag und ich konnte einiges für uns Notdoggen tun. Am Schluss war es noch sehr heiß und alle waren müde. Aber ich hatte ja Frauchen als Chauffeur und so konnte ich gemütlich auf dem Heimweg ein Nickerchen machen. Ich hoffe ich sehe Euch bald auf dem nächsten Event für Notdogge. Bis dahin
Alles Liebe Eure Lilly




Mittwoch, 9. Juli 2014

Alle Jahre wieder…


 haben wir ja natürlich auch Geburtstag. Und weil wir Luxusdoggen sind, muss das auch jedes Jahr gebührend gefeiert werden. Da unsere Redaktion immer noch am Aufarbeiten ihrer Versäumnisse ist, haben wir ihr gnädigst erlaubt von meinem spektakulären Geburtstag und vom Burzeltag des gelben Dusselchens in einem Beitrag zu berichten. Auch wenn die Befürchtung bestehen muss, dass das Dusselchen nur die eine oder andere tendenzielle Randbemerkung erübrigt.

MAMI! Die ist schon wieder ganz gemein zu mir, ich weiß zwar nicht was sie da gesagt hat, aber sie hat ganz fies gegrinst. Und das macht sie immer wenn sie gemein zu mir ist.


Ach wo Dusselchen, geh leg dich hin und zähle mal deine Krallen, ich glaube du hast schon wieder eine verloren. Ich helfe hier den Beitrag zu schreiben.

Eins, drei, drölf, sechs, vier…MAMI, die sagt ich habe nicht mehr alle meine Krallen, Mami Hilfe, ich habe meine Krallen verloren! Und außerdem ist sie wieder ganz gemein zu mir. Und mein neues Geburtstagspieli hat sie auch schon wieder versteckt. Und jetzt kann ich meinen Leo nicht finden.

Also mein Geburtstag fing schon ganz spektakulär an. Es war Samstag der 31 Mai. Die Sonne schien, es war angenehm warm, die Vöglein zwitscherten, Mami backte meinen Lieblingskäsekuchen und Athena dekorierte den Gartenpavillion. 


Ich hatte nämlich für meinen Tag Gäste geladen. Das Grillfleisch war schon mariniert und meine Lieblingswürste gekauft. Dann machte mich Athena schön und nur wir Mädels gingen shoppen. Die sabbernden Jungs mussten Zuhause bleiben.

Ja, und Du hast uns noch nicht einmal ein Leckerli mitgebracht und die Mami hat es auch vergessen. Luca hat Recht, der sagt immer das ihr Mädchen ganz gemein seit.

Ich habe mir natürlich sehr viel Zeit genommen um mein Geburtstagsgeschenk auszusuchen. Leider ist Mami sehr altmodisch und hat mich nur mit zum Fressnapf genommen. Ich wollte eigentlich lieber so ein tolles neues Halsband vom Juwelier. Aber Mami war auch dieses Jahr zu geizig um mir ein goldenes Halsband oder ein übergroßes Pfoten-Pad zu schenken.



Aber bei Athena habe ich noch Hoffnung. Sie hat mir ein ganz bezauberndes Tüllröckchen in lila genäht. Und wir gingen im Partnerlook zur Party.


Ich hab kein Tüllröckchen bekommen.

Dusselchen, Jungs ziehen keine Röcke an.

Doch tun sie. Die blau angemalten Jungs letztes Jahr an der großen Parkparty, wo es so ganz fürchterlich geknallt hat, da wo ich Flitzekacke hatte vor Schreck, die haben Röckchen getragen.

Ach du meinst die Highland Games, die Du mit Sicherheit nicht mehr besuchen darfst. Ja, Schotten haben manchmal Kilts an.

MAMI, die ist schon wieder gemein, ich habe gar nichts gekillt, ich habe nur ein bisschen Häufchen gemacht. Und jetzt sagt sie ich darf nicht mehr mit. Nie darf ich mit.

Dein Output interessiert hier keinen. Zurück zu den angenehmen Dingen, meinem Geburtstag. Pünktlich erschienen die Gäste, und brachten natürlich Geschenke für mich mit. Ich habe mich sehr gefreut und zur Feier des Tages mit Athena im Garten getanzt.


Natürlich durfte ich auch meine Kerzen auspusten und mir etwas wünschen und meinen sehr leckeren Käsekuchen futtern. Und ja die Jungs haben auch etwas ab bekommen. Am Abend haben wir dann lecker gegrillt und ich war den ganzen Tag Personsa grata. Der krönende Abschluss meines Geburtstags war ein wunderschöner Spaziergang mit allen Gästen im Abendrot über die Felder. Genauso habe ich mir das alles vorgestellt, bis auf das fehlende goldene Halsband und das Pfoten-Pad.


Ich habe auch kein Dingsda-Pad bekommen, aber ich habe meinen Leo zum spielen bekommen. Den hat die Athena extra in Karlsruhe für mich gekauft. Aber mein Geburtstag war am Montag und Mami musste arbeiten.

Jetzt zieh nicht schon wieder deine Eeyore Tour ab, Dusselchen. Du hattest sogar Z-W-E-I volle Tage Geburtstag. Die Mami hat mit dir schon am Sonntag gefeiert und am Montag haben wir mit Athena und Mami gefeiert.

Aber es hat geregnet und wir konnten nicht im Garten grillen. Und Gäste waren auch nicht da.

Und dafür hast du am Sonntag einen dicken Hamburger bekommen, dein Lieblingsgericht und für Montag hat die Mami dir deinen Lieblingskuchen aus Pfannkuchen gefüllt mit Hackfleisch gebacken.

Und du hast versucht als Erste die Nase reinzustecken.

Gar nicht wahr, ich habe aufgepasst dass du dir nicht wieder die Nase an der Kerze verbrennst.


Und immer versuchst du auf alle Fotos mit zu kommen.

Was kann ich dafür wenn du immer beim fotografieren herum zappelst? Und wir mussten alle am Sonntag mit dir Filme gucken. Und Mami hat alle Filme mit gelben Dusseldoggen besorgt damit du Spaß hast. Wir mussten „Marmaduke“ gucken, und „Eine Dogge im Central Park“, und „Miete ein Kind“, und den „Hässlichen Dachshund“. Warum sind bloß alle gelben Doggen so dusselig? Ist wahrscheinlich ein Genfehler.

 

MAMI sie ist schon wieder gemein zu mir! Gelbe Doggen sind gar nicht dusselig, du bist nur eifersüchtig weil du nicht Mami’s Sonnenschein bist, und nicht so ein schönes gelbes Fell hast wie ich, und richtig sabbern kannst du auch nicht. Ich habe gesehen wie du geschummelt hast und Wasser aus dem Eimer ins Maul nimmst und versuchst das als richtigen Sabber auszugeben. Und meinen Leo will ich auch wieder wo hast du den versteckt?

Ich habe ihn gar nicht. Du dusseliger Dussel du! Hmpf!



Du du du Zicke!


Seht ihr, jetzt wisst ihr warum ich meinen Geburtstag nächsten Donnerstag mit Mami ganz alleine feiern will. 


Dienstag, 1. Juli 2014

Wir haben heute ein Foto für Dich

Durch unsere doofen Unpässlichkeiten hinken wir ja sprichwörtlich ein wenig hinterher mit den aktuellen Geschehnissen. Aber da ich ja jetzt die Pfote draufhalte muss Mami spuren und ihre Versäumnisse aufholen.

Also ich wusste es ja schon immer. Ich bin wirklich als Supermodel geboren. Ich melde mich so bei der nächsten Supermodelshow an, die Heidi die wird Klötze staunen, ich laufe alle ihre Mädels vom Steg, wetten?

Endlich hat das auch die Mami eingesehen und hat eine berühmte Hobbyfotografin bestellt um mich abzulichten. Naja, der brummige Schwarze und der gelbe Dussel durften auch für ein paar Bilder Posen (aber nur damit sie nicht eifersüchtig werden) und ja zu gegeben, die Fotografin Bettina Balters ist eine Bekannte von Mami. Aber berühmt ist sie trotzdem, oder jedenfalls ihre Doggen. Kennt ihr den Münster Tatort? Den mit Jan-Josef Liefers und Christine Ursprung als „Alberich“. In der Folge „Krumme Hunde“ durfte der Leon (der blaue Doggenrüde von Bettina) den Wotan spielen. Eine ganz tolle Schauspielleistung sage ich Euch. Das ist meine absolute Lieblingsfolge. Ich habe ihn als ganz junges Ding sogar mal den Leon in Person getroffen, Mann war ich geflasht. Der hat mich doch tatsächlich am Ohr genibbelt (Mami behauptet zwar steif und fest er hat mich gemaßregelt, weil ich so ein nerviges kleines Doggenkind war, aber ich schwöre es war ein Liebesbiss… schwärm…) Und Isetta (Leon’s Tochter) hat auch schon bei den „Knallerfrauen“ mitgemacht.

Ich war so nervös vor dem Shooting. Die Mami sagte die Bettina ist ganz streng mit ihren Hunden, und würde bestimmt nicht unseren Firlefanz mitmachen. Dabei mache ich so gerne Firlefanz. Aber Mami ermahnte mich das Bettina sehr aktiv Hundesport macht. Die hat mit ihren Doggen schon ganz viele Prüfungen gewonnen und einen ganzen Schrank von Pokalen nach Hause gebracht. Und dann hat sie uns noch erzählt dass Bettina auch noch waschechte Polizeibeamtin ist. Boah, bange machen gilt sowas von nicht!

Unser armes Dusselchen hat sich schon im gestreiften Pyjama gesehen und ist vorsichtshalber unter den Tisch gekrabbelt. Der Schwarze hat natürlich so getan als wäre das alles ganz normal. Er meinte er wäre auch jederzeit für den Leon eingesprungen wenn es nötig gewesen wäre (Boah, was kann der Sprüche klopfen…als ob…). Mami hat uns also darauf eingeschworen das wir uns bei dem Shooting mal wie wohlerzogene Hunde benehmen sollten. Sie hat sogar damit gedroht uns für einen ganzen Monat die Schweineohren zu entziehen sollten wir sie gewohnheitsgemäß wieder bis auf die Knochen blamieren. Dabei blamieren wir die nie, das schafft die immer ganz von alleine, ehrlich.

Und dann war es endlich soweit. Mami hatte schon morgens das Abendessen vorbereitet, denn Bettina blieb sogar Übernacht bei uns. Und die Location um uns in Szene zu setzen war auch schon ausgespäht. Mami hat sich die Burg Ravensburg die über dem Kraichgau thront ausgesucht. Mami wurde immer hibbeliger und wir natürlich mit. Dann machte Mami uns schön und sich natürlich auch, wie jetzt, wieso machte sich Mami hübsch? Na, sie wollte einfach auch mal mit auf das Bild (hoffen wir mal das dass nicht den Rahmen sprengt hihi).

Also ohne Euch weiter auf die Folter zu spannen sind hier die doch sehr gelungenen Fotos von uns. Bettina ist wirklich nicht nur super nett (auch zu nervigen Luxusdoggen), sondern macht auch
W-A-H-N-S-I-N-N-I-G gute Fotos.
Also fairerweise zeige ich Euch drei Bilder von jedem von uns, und noch drei Mami Bilder.

Ich mal als Prinzessin :-)

Mit Anlauf

Im Portrait (da sieht man auch mein Lieblingshalsband schoen)

Ein typisches gelbes Dusselchen Foto

Unser Dusselchen (Sonnenscheinchen) mal ganz edel

Dusselchen beim Guckguck machen

Der personifizierte Luca Blick

Auch unser alter Herr laesst noch die Klamotte fliegen :-)

Und edel kann der sowieso...

Mami und ihr Schatten

Familienfoto :-)

Unser aller absolutes Lieblingsfoto!

Der Leon musste leider schon über die Regenbogenbrücke gehen, aber er lebt in seiner Tochter Isetta und seinem Enkel John-Boy weiter bei Bettina. Die blauen Wunder haben sogar ihren eigenen Blog guckt mal bei den http://rurseechaoten.jimdo.com/ vorbei und schönen Gruß von uns.

Dienstag, 17. Juni 2014


++++NEWSTICKER++++EILMELDUNG++++DIE LUXUSDOGGEN HABEN EINEN NEUEN BEITRAG IM BLOG++++EILMELDUNG++++NEWSTICKER++++


Wir schalten jetzt live zu der Sprecherin der Luxusdoggen Lilly.

Lilly, es war ja die letzten Monate recht still um die Luxusdoggen geworden. Plant ihr jetzt ein Comeback?
Was heißt hier Comeback? Wir waren nie weg vom Fenster. Also unser Sicherheitsbeauftragter Luca steht jeden Tag brav am Flurfenster und kontrolliert pflichtbewusst den vorbeigehenden Personenverkehr. Leo und ich überwachen das Fenster auch in regelmäßigen Abständen, wobei manchmal die Durchsicht etwas eingeschränkt ist, weil Leos Sabberproduktion auf Hochtouren läuft wenn er draußen etwas Spannendes sieht.


Ja aber in Eurem Blog habt ihr in den letzten Monaten wenig Laut gegeben.
Tja, das hatte mehrere Gründe. Unsere Redaktion war in den letzten Monaten leider mit verschiedenen Projekten überlastet. Zum einen ist es Mami einfach in den Sinn gekommen unser Haus zu renovieren und den Garten wieder neu auf Vordermann zu bringen. Das hat erhebliche Zeit benötigt in der sie doch sehr einsilbig war. Degeneriert der menschliche Wortschatz wenn der Mensch mit Wandfarbe hantiert? Sind es die schädlichen Dämpfe? Die Kommunikation mit unserer Mami wurde doch sehr eingeschränkt, oft wiederholte sie nur Worte wie: „Lass das, nein, und weg da.“ Luca schwört zwar anhand des Tonfalls und ihrer Gestik die feinen Nuancen der Zwischendeutung zu erkennen, aber er ist ja auch der selbsternannte Mami-Experte.

Leo hat sich natürlich auf Athena (Mamis ausgewachsene Tochter) spezialisiert, die aber im Gegensatz zu Mami auf unsere Führung sehr gut vertraut. Kein Wunder, ist sie doch genau wie wir von unserer super zuverlässigen Sophie großgezogen worden. Das erleichtert natürlich die Kommunikation um ein Vieles. Wir sind nach wie vor der Meinung alle Menschenkinder sollten von Hunden erzogen werden. Sie werden so einfach viel besser sozialisiert und sind sensibler im Umgang. Ich konzentrierte mich darauf die Organisation zu übernehmen und überwachte mit Luca dass unsere Menschen sich nicht überarbeiten. Denn wenn die sich tagsüber zu sehr verausgaben, fällt die abendliche Doggen-Massage aus, und das ist einfach nicht vertretbar. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Unbeholfenheit, sind die Ergebnisse der Renovierung zufriedenstellend.


Aber Eure Renovierungsarbeiten haben doch unmöglich 3 Monate gedauert, oder? Mit irgendetwas haltet ihr doch hinter dem Berg, raus damit.
Es gab eine kleine zwischenzeitliche Periode in der Luca und ich unpässlich waren.
Unpässlich? Wie, wart ihr etwa krank? Da kursierte so ein Gerücht bei Facebook das die Luxusdoggen wohl bald das eine oder andere Mitglied verlieren würden. Was ist da dran?
Nun ja, eine Weile sah es tatsächlich nicht so gut für uns aus. Vor vier Wochen wurde Luca von einem zum anderen Tag sehr krank, äh unpässlich. Tags zuvor hatte ich noch mit ihm sehr damenhaft auf dem Wohnzimmerteppich gerangelt, als er sehr untypisch auf einmal laut aufschrie. Dabei bin ich nur mit meinen sehr federleichten damenhaften und sehr zierlichen Vorderpfoten in seinem unteren doch sehr kräftigen Kreuz gelandet. Es gibt Quellen die mich als Grund seiner Unpässlichkeit nennen, aber ich versichere dass das doch sehr aus der Luft gegriffen ist. Man darf es zwar nur bei vorgehaltener Hand erwähnen wenn Mami und Luca im Zimmer sind, aber unser guter Luca ist mit fast 9 Jahren jetzt schon als Doggen Senior zu beschreiben.
Heißt das ihr schickt Euren Sicherheitschef jetzt in den Zwangsruhestand? Kann ich das so berichten?
Nein, natürlich nicht, wenn Sie das so berichten, kann ich für Ihre Sicherheit vor dem Schwarzen nicht garantieren. Aber, am nächsten Tag ging es unserem Schwarzen gar nicht gut. Er bekam Fieber und fing stark an zu lahmen. Mami brachte ihn sofort zur Tierklinik. Leider sind sie dort an eine sehr junge und leider sehr unerfahrene Tierärztin geraten. Die schaute nur in Lucas Krankenakte und beschloss dass Luca das Gleiche hat wie letztes Jahr (siehe den Blogbeitrag „Der Goldene Wind“). Sie ließ sich auch nicht von Mami von dieser Meinung abbringen, auch nicht nach einem ergebnislosen Röntgenbild und einem ergebnislosen Bauch-Ultraschall. Mamis ständige Hinweise das Luca Schmerzen im Rücken hat und nicht im Bauch, wurden geflissentlich ignoriert, da man ja mit „Rücken“ kein Fieber hat.
Wieso wurde keine zweite Meinung angefordert?
Wurde ja, aber leider fallen sich ja die Tierärzte die bei der gleichen Klinik beschäftigt sind, nicht gegenseitig in den Rücken. Nach zwei Stunden kapitulierten die Beiden und kamen nach Hause. Luca konnte sich kaum noch rühren vor Schmerzen. Die Tierarzt-Tussi hatte Mami noch nicht einmal Schmerzmedikamente mit gegeben, „da diese ja die Magenverstimmung nur eskalieren würden“. Gott sei Dank hat unsere Mami die Qualitäten eines gut ausgestatteten Hamsters und hat für solche Notfälle immer einen Vorrat. Die Nacht war sehr anstrengend für die Beiden. Luca musste ständig gekühlt werden, da sein Fieber immer höher stieg. Leo und ich wachten natürlich bei unserem Rudel. Am nächsten Morgen kam Luca nicht mehr alleine hoch. Das ist eine ernsthafte Katastrophe bei einer Dogge die 90 Kilo wiegt. In der Nacht hatte eine Dame von Mamis Doggen-Support-Group (so etwas Ähnliches wie die anonymen Alkoholiker) Mami einen anderen Tierarzt in der Nähe empfohlen. Nur wie bekommt sie Luca nun dahin?
Und wie wurde dieses logistische Dilemma gelöst?
Athena und Mami schnappten sich eine unserer neuen Sonnenliegen (speziell für Hunde gemacht) und packten Luca auf die Liege. Dann schleppten sie Luca mit samt Liege zum Auto, und luden ihn ein mit der Liege. So trugen sie ihn dann auch in die neue Tierklinik. Der neue Doktor war zum Glück sehr erfahren und gab Luca sofort eine massive Schmerzspritze. Auch bekam er ein Antibiotika und Fiebermedizin. Der Tierarzt meinte mehr kann man in diesem akuten Zustand nicht tun.
Luca hatte das ganze Wochenende hohes Fieber und musste 24 Std. betreut werden. Mami oder Athena blieben im Wechsel bei ihm um ihm Wasser mit der Spritze ins Maul einzuflößen, ihn kühl zu halten, oder ihn zu trösten. Auf einmal ging es mir auch ganz schlecht, aber ich habe mich zurück gehalten weil Mami und Athena so mit Luca beschäftigt waren. Zwar haben die Beiden bemerkt dass ich kaum noch hungrig war, aber sie dachten wir hätten Stress weil es Luca so schlecht ging.

Also fallen jetzt Sicherheitsdienst, Redaktion und Öffentlichkeitsarbeit flach bei Euch?
In dieser Zeit schon. Jeden Tag ging es ein wenig besser mit Luca. Unser neuer Tierarzt kam jetzt zu uns nach Hause damit Mami den Luca nicht mehr tragen muss. In der ersten Woche konnte Luca kaum aufstehen um Pipi zu gehen und Mami musste ihm die Blase ausdrücken, das war dem Schwarzen oberpeinlich. Aber so langsam kam Luca wieder auf die Füße. Dafür ging es mir immer schlechter. Ich schlief nur noch, mir war immer kalt (und das bei warmen Temperaturen draußen) und dann hörte ich komplett auf zu Fressen. Es ging einfach nicht mehr. Schnell brachte mich Mami auch zum neuen Tierarzt. Sie machten eine Blutabnahme, und am nächsten Tag hatten wir schon das Ergebnis. Ich habe Addison. Mami sagt meine Nebennieren funktionieren nicht mehr richtig. Zuerst bekam ich gleich mal einen Tag lang Infusionen. Und da Mami ja schon vorher mit Luca geübt hatte, durfte ich auch mit nach Hause und meine Infusionen durften auch mit. Auch bei mir dauerte es etwas länger bis ich wieder auf die Pfoten kam. Und da sich ja das „Sänfte-Tragen“ bei Luca als hilfreich erwiesen hatte kam ich auch in den Genuss so aufs Bett neben Mami abends gehoben zu werden. Ich kann nämlich ohne Mami neben dran nicht schlafen, und Mami hatte schon ziemlich Rücken von Luca schleppen und mit ihm eine Woche lang auf der Hundematratze im Wohnzimmer zu campen. Daher war es nötig für unser Wohlbefinden dass ich abends mit Mami ins Bett gehe.

Jetzt lagen wir also beide auf der Schnauze, Luca und ich. Das arme gelbe Dusselchen wusste gar nicht wie es ihm geschah. Er war sehr verunsichert weil Luca und ich ihm keine Blonden-Anweisungen geben konnten. Also bliebe er mal sicherheitshalber nahe bei uns.

Und wie geht es jetzt bei Euch weiter? Ist das gelbe Dusselchen jetzt im Dauerstress weil er alle vertreten muss?
Tja, jetzt nach vier Wochen krank sein, geht es uns wieder besser. Luca hat von seinen stolzen 90 Kilo 12 Kilo eingebüßt und wiegt nur noch 78 Kilo, und ich habe sogar ganze 15 Kilo verloren. Mami sagt sie hat über 3000 Kilo, äh Euro verloren bei der ganzen Sache. Jetzt müssen wir uns alle erstmal wieder erholen. Luca schafft immer noch nicht die Treppen in den Garten. Das heißt jedes Mal wenn wir in den Garten gehen muss Luca außen herum über das Feld in den Garten laufen. Er nutzt diese Gelegenheit um unsere Sicherheit im hinteren Bereich zu inspizieren und gegeben falls Eindringlinge (alle Lebewesen die sich in 500 m Umkreis von unserem Territorium befinden) einzuschüchtern.
Dann ist jetzt Euer Sicherheitschef wieder zeitweise einsetzbar? Und höre ich jetzt heraus dass die Luxusdoggen in einer tiefen Finanzkrise stecken?
Ich bekomme zweimal am Tag vier Käsestücke mit winzigen Tabletten darin. Mami sagt ich bekomme die teuren Leckerchen jetzt mein ganzes Leben lang. Also ich sehe da keinen Nachteil, aber irgendwie seufzt Mami jedes Mal wenn sie mir den leckeren Käse geben muss. Sie faselt dauernd etwas davon dass sie die nächsten Monate wohl auch auf Diät muss und es nur noch Pellkartoffeln mit Quark gibt. Ich wusste gar nicht das Käse so teuer ist. Sie meint das kostet sie jetzt 200 Euro mehr im Monat. Übrigens weiß jemand was diese Euros sind über die sich Mami so beklagt? Kann man die Fressen? Angeblich fressen wir davon eine Menge, aber irgendwie habe ich die noch nie gesehen. Unser Schwarzer gibt sein Bestes, aber hat jetzt schon mal das Dusselchen angewiesen mehr Sicherheitsaufgaben zu übernehmen. Unser Dusselchen hat so ein schönes tiefes Bellen da denkt man immer der wäre dreimal so groß wenn der Laut gibt. Darauf ist er auch fast so stolz wie auf seine Supersabber. Wir haben so den Verdacht dass es Luca nicht unrecht ist ab und zu einfach mal einen unauffälligen Vorbei-Spazierer unkommentiert zu lassen.

Und wie Sie ja sehen haben wir auch die Redaktion und die Öffentlichkeitsarbeit wieder aufgenommen. Irgendwer muss ja die Brötchen bzw. den Käse verdienen. Wir hoffen dass unsere Fans uns nicht ganz abgeschrieben haben und uns weiterhin hier besuchen.
Vielen Dank Lilly für das ausführliche Interview, hoffentlich habt ihr das nächste Mal etwas erfreulichere Dinge zu berichten.

Freitag, 7. Februar 2014

Wie wir den Sonnenschein gemopst haben


Hey, Dusselchen wach auf! Nu mach schon, Mami hat Schreiblaune und schreibt deine Geschichte.

Wirklich? Bin ich dran? Mami schreibst du jetzt dass ich dein Sonnenscheinchen bin? Und wie toll ich sabbern kann? Und dann kannst du denen noch sagen wie toll ich nachts immer deine Beine wärme, so toll das du gar keine Decke brauchst. Und richtig toll sabbern kann ich auch.

Nun komm mal wieder runter Kleiner. Ja, jetzt ist deine Geschichte dran und wie du zu uns kamst.

Das ist aber nicht so eine schöne Geschichte wie die von Lilly, Leute werden immer ganz traurig wen du das erzählst, und komisch angucken tun mich die dann auch. Erzähle ihnen doch lieber wie toll ich spielen kann, oder wie sauber ich immer deine Joghurtbecher lecke, Mami. Das andere doofe Zeug ist doch schon ganz lange her und außerdem mag ich daran gar nicht denken, das macht mich nur bange.

Komm Dusselchen, leg dich zu mir, ich lecke dir die Ohren dann kriegst du gar nicht mit was die Mami schreibt. Und wenn dir was bange macht schicken wir den dicken Schwarzen vor, der regelt das dann.

Wirklich die Ohren? Oh, fein! Ich liebe es meine Öhrchen geleckt zu bekommen. Sophie hat mir auch immer die Öhrchen geleckt wenn mir bange war.

Und bange war es unserem Leo leider noch eine sehr lange Zeit bei uns.

Es war November 2006 als ich das erste Mal ein Foto von Leo sah. Es stammte aus einer Verkaufsanzeige eines Online Portals und war mir von dem damaligen Vorstand von Notdogge zugesandt worden. Wir telefonierten wie so oft und Peter war so wütend und traurig über das Jammerbild dieses Welpen. Das Bild zeigte einen sehr kleinen, sehr abgemagerten gelben Doggenwelpen mit dick vereiterten Augen. Der Kleine sollte 5 Monate sein und die Besitzer wollten noch 500 Euro für dieses Häufchen Elend haben. Notdogge waren die Hände gebunden; die Vereinsstatuten erlauben nicht das Freikaufen von Hunden, sondern nur die kostenlose Überlassung des Hundes an die Organisation. Peter hatte die Verkäufer schon angerufen und ihnen eine Übernahme angeboten. Doch vergebens, die Leute wollten unbedingt Geld sehen für den Welpen.

Die kommende Nacht lag ich wach, ständig den traurigen Blick dieses Hundekinds vor Augen. Um 5:00 Uhr stand ich auf und weckte meine beiden ältesten Töchter. Ich bat sie beide von der Schule Zuhause zu bleiben und trug der Ältesten auf sich um die jüngste Tochter und die Hunde zu kümmern. Meiner mittleren Tochter Athena, trug ich auf sich schnell anzuziehen denn wir würden heute über 1000 km fahren um einen kleinen sehr traurigen gelben Doggenmann zu retten. Der Kleine war leider sehr weit weg in Niedersachsen zuhause.

Um 6:00 waren wir startbereit und sausten los. Ein Plan hatte ich nicht wirklich wie ich den Kleinen dort heraus bekomme, aber ich hatte ja etwa 6 Std. Fahrzeit um mir darüber Gedanken zu machen. Eigentlich bin ich ja nicht der Typ für Kurzschlusshandlungen, besonders wenn es um Tiere geht, aber der Kleine hatte mich im Herz erwischt und irgendwie fühlte ich mich als würde er mich zu ihm rufen. Als ich so durch Deutschland fuhr hatte ich schon meine Zweifel ob ich hier das Richtige tue, und ich wollte auf keinen Fall diesen Leuten auch noch Geld in den Rachen schieben für die eindeutige Misshandlung des Welpen. Aber sollten alle Stricke reißen, wäre ich sogar gewillt den Kleinen frei zu kaufen um ihn dann Notdogge zu übergeben. Ich war so in meine Gedanken vertieft das die Zeit und die Fahrt an mir vorüber rauschte. Bevor ich wirklich zu einem festen Entschluss kam wie ich das Kind nun schaukeln würde, stand ich vor dem Wohnhaus der Besitzer mit meinem Finger auf der Klingel.

Diese Leute lebten in einem etwas schäbigen Mehrfamilienhaus im dritten Stock in einer sehr kleinen Wohnung. Eine Frau öffnete mir die Türe und ich erklärte Ihr dass ich da wäre den Welpen abzuholen. Sie war etwas überrumpelt da ich mich vorher ja nicht angemeldet hatte, aber Gott sei Dank rannte der Kleine gleich auf mich zu und freute sich so heftig mich und Athena zu sehen, dass es unmöglich war ein Wort zu verstehen. Er benahm sich als würde er uns schon ewig kennen und als er hätte er sehnsüchtig darauf gewartet dass wir kommen.

Ich fragte die Frau ob meine Tochter den Kleinen nach draußen nehmen dürfte während wir uns unterhalten. Sie stimmte zu und meinte der Hund würde sonst eh gleich wieder in die Wohnung pinkeln. Athena schnappte sich die Leine die dort herum lag und legte sie dem Kleinen um. Der Kleine folgte ihr die Treppen herunter ohne sich einmal nach seinen Leuten umzusehen. Als ich in die Wohnung trat schlug mir schon der Gestank von altem Pipi in die Nase. Außerdem rannte da ein ungepflegtes halbnacktes kleines Mädchen herum, und überall standen dreckiges Geschirr, volle Aschenbecher und leere Bierflaschen. Die Dame des Hauses erklärte mir der Hund müsse weg da er egal wie sehr sie ihn straften einfach nicht sauber würde und er jetzt sogar das Kind anknurren würde. Aber sie hätten diesen Hund mit Papieren gekauft und daher wollten sie noch 500 Euro dafür haben. Sie hätten schließlich Ausgaben gehabt.

Ich war auf einen Schlag super wütend und eiskalt. Ich sah dieser Frau fest in die Augen und erklärte ihr dass sie mir jetzt sofort den Impfpass und die Papiere des Welpen aushändigen solle, oder dass ich in fünf Minuten mit dem Veterinärsamt und der Polizei anrücke und sie der Tiermisshandlung anzeigen würde. Darüber hinaus würde ich gleich auch Anzeige beim Jugendamt erstatten wegen der eindeutigen Vernachlässigung ihrer Tochter. Keine Ahnung warum das funktioniert hat (ich muss wohl überzeugend gewirkt haben), die Frau händigte mir sehr verdattert die Papiere des Welpen und ich war in Sekunden unten in meinem Auto mit meiner Tochter und dem Kleinen und machte mich vom Hof.

So schnell war ich noch nie auf der Autobahn. Ich schaute ständig in den Rückspiegel und erwartete eigentlich dass ich irgendwann ein Blaulicht hinter mir sehe. 200 km später war mir plötzlich klar, ich hatte tatsächlich einen Welpen gemopst. Irgendwie war mir schon komisch in der Magengrube und der Kleine musste ja bestimmt auch mal Pipi so steuerte ich den nächsten Rasthof an. Da schaute ich mir zum ersten Mal den Welpen genau an. Schnell sammelten sich heiße Tränen in meinen Augen. Er war bis auf die Knochen abgemagert, an einigen Stellen hatte er Schrammen, seine Augenlider waren zerschnitten, und seine Augen sehr entzündet. Seine Nase war heiß und trocken. Der Kleine musste wirklich und hatte einen sehr wässrigen stinkenden Durchfall. Überhaupt roch der Kleine schlimm, nicht nur das Fell war verdreckt, sondern auch sein After und die Ohren. Aber das Schlimmste war, dass er sich sofort unterwürfig wegduckte wenn ich ihn streicheln wollte. Dieser Hund war Schläge gewohnt. Ich kaufte eine Flasche Wasser und der Kleine war so durstig dass er die ganzen 1.5 Liter trank.

Das Beste was ich jetzt tun konnte war den Kleinen so schnell wie möglich zum Tierarzt zu bringen. Also fuhren wir wieder weiter. Der Kleine lag zufrieden neben Athena auf der Rückbank. Athena fragte mich wie der Kleine denn heißt. Die Frau hatte ihn Zeus genannt und in seinen Papieren stand der Name Salamis Vestris. Beides Namen die mir nicht sehr passend erschienen. Also sagte ich im Spaß: „Frag ihn doch wie er heißen möchte.“

Oh das ist meine Lieblingsstelle der Geschichte, darf ich weiter erzählen, darf ich? Klar Kleiner, darfst du. Also Athena hat mir ganz ganz viele Namen vorgesagt. Und da waren schon einige die Ok waren, aber die waren gar nicht ich. Und dann und dann kam ein ganz weiches liebes Leo von ihr. Und ich musste mich so freuen dass ich ihr das Gesicht ablecken musste und sie wurde auch gar nicht böse dass ich sie geleckt habe und sie hat mir sogar einen dicken Kuss wieder gegeben. Und dann hat sie wieder Leo gesagt und ich habe mich wieder ganz toll gefreut. Und dann hat sie Leo, Leo gesungen und ich habe mich gar nicht wieder ein bekommen. Und Mami hat gelacht und mich Leo gerufen und von da an hieß ich Leo. Der Name macht mich immer ganz glücklich und ich freue mich immer wenn man mich ruft.

Nach dieser Aufregung wurden die beiden auf der Rückbank müde und schliefen bald friedlich zusammen ein. Ich war zwar auch schon sehr müde aber ich musste uns wieder nach Hause fahren was ich dann auch ein paar Stunden später schaffte. Ich war ein wenig besorgt wie Luca und Sophie den kleinen Leo aufnehmen würden, aber wenigstens diese Nacht musste er bei uns bleiben. Sehr müde trudelten wir Zuhause ein. Luca und Sophie begrüßten uns und Leo an der Türe und schnupperten den Kleinen von oben bis unten ab. 


Luca versuchte gleich mit Leo zu spielen und Sophie packte den mütterlichen Waschlappen aus und säuberte erst mal dem Welpen Augen und Ohren. Obwohl es schon sehr spät war musste der Kleine in die Wanne da Athena ihr Bett mit Leo teilen wollte. Kurz nach dem Bad lag Leo schon sehr zufrieden mit Luca zusammen in dessen Körbchen.


Ich rief Peter an um ihm mitzuteilen was ich angestellt hatte. Er war sehr besorgt doch auch unendlich erleichtert dass ich den Welpen retten konnte. Er sagte mir seine Unterstützung zu und wir verblieben damit dass ich Leo morgen zum Tierarzt bringen würde.

Die Nacht verlief relativ ruhig bis auf die paar Male die Leo sich erleichtern musste. Der Kleine schaffte es selten nach draußen und zitterte jedes Mal in Panik wenn ihm das Pipi oder der Durchfall davon lief. Er war dann kaum zu beruhigen und legte sich platt wie eine Flunder auf den Boden.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zu Tierarzt. Unsere Tierklinik war schon Einiges gewohnt, aber als ich mit Leo aufkreuzte waren alle Helferinnen und Ärzte über seinen Zustand entsetzt. Fazit einer sehr langen und ausgiebigen Untersuchung: Leo hatte Darmparasiten, eine Blasenentzündung, starkes Untergewicht für seine Größe und Alter (er wog gerade mal 23 kg mit fünf Monaten das wiegen normalerweise Doggenwelpen bei der Abgabe mit 2 Monaten), er hatte schon Wachstumsstörungen, seine Beinen und Pfoten hatten Fehlstellungen und sein Rücken war hoch aufgezogen, beide Augenlider waren zerschnitten worden, ein Auge hatte schon Schädigungen durch die Entzündung erlitten. Nach dem er körperlich aufgepäppelt ist, wären Operationen nötig um das Augenlicht zu retten und die Lider zu richten.

Und das war eine lange Liste ohne alle die emotionellen Schädigungen die er erlitten hatte. Leo war super ängstlich und verfiel bei jedem lauten Geräusch oder schnellen Bewegung in blinde Panik.
Wieder zuhause berichtete ich Peter über Leo’s Zustand. Notdogge war bereit Leo zu helfen und da Leo bei uns so gut von Sophie und Luca aufgenommen wurde und sich auch schon sehr an ihnen orientierte beschlossen wir dass er bei uns bleiben würde zum Aufpäppeln.


Leo konnte nur selbstgekochte Nahrung bei sich behalten, so fütterten wir ihm viermal am Tag eine leckere Hühnchen-Reispampe mit Karotten. Er bekam Antibiotika, Schmerzmittel, Wurmkur, und seinen Augen mussten mehrmals zum Heilen gespült und mit Augensalbe behandelt werden. Er lernte nur sehr langsam dass wir seine Unsauberkeiten einfach wortlos wieder aufwischten. Jedes Mal wenn er einen Unfall hatte verfiel er in Panik. Er hatte vor allem Angst, man konnte kaum den Besen oder Schrubber in die Hand nehmen ohne dass Leo mit eingezogener Rute davon rannte. Auch draußen bekam er sehr schnell Panik, also blieb er immer an der Schleppleine. Gott sei Dank wurde dieser Zustand langsam besser je mehr er Luca vertraute alles für ihn zu regeln. Luca war erst 16 Monate als Leo zu uns kam. Und da Leo so ängstlich und unsicher war wurde Lucas Beschützerinstinkt sehr ausgeprägt. Hatte er vorher noch mit anderen Hunden gespielt, ließ er jetzt keinen anderen Hund mehr an sich und Leo heran.



Uns wurde sehr schnell klar dass wir Leo nie wieder hergeben würden. Wenn man so viele heftige Sachen mit einem Hund durchmacht verbindet das einfach zu stark. Es hätte schon nach 2 Monaten aller unser Herz gebrochen uns von ihm zu trennen. Leo hätte wieder sein gewonnenes Zutrauen verloren, und auch waren die beiden Jungs und Sophie unzertrennlich. Wo immer Luca war, war auch Leo, oft seinen kleinen Körper oder Schnauze dicht an den großen Bruder gedrückt. 


Die Augenoperation lief erfolgreich und der Tierarzt konnte Leos Augenlicht retten, wen er auch eine Sehschwäche auf dem rechten Auge behielt. Seine Lider konnten nicht wieder vollständig hergestellt werden, und er behielt was wir heute seinen Disney-Kulleraugenlook nennen. 



Seine Wachstumsstörungen konnte ich jedoch mit viel guten Futterzugaben, Krankengymnastik und Muskelaufbau einigermaßen beheben. Er hat heute einen schönen gerade Rücken, gerade Vorderläufe und nur hinten leicht ausgedrehte Pfoten. Er ist immer etwas zu schlank für mein Gefühl, aber das ist einfach so wie er ist. Er ist eher der sportliche Doggentyp.



Die nächsten Monate, ja sogar Jahre, waren nicht sehr einfach für mich. Ich hatte zwei ausgewachsene Doggenrüden von denen im Ernstfall einer nach vorne ging, und der andere versuchte in panischer Angst zu flüchten. Ich verbrachte sehr viel Zeit auf dem Hundeplatz und mit kompetenten Trainern um die Beiden führen zu können. 

Aber unsere Bemühungen wurden mit Erfolg gekrönt. Leo ist und wird immer ein ängstlicher Hund bleiben, jedoch weiß er jetzt das ihm Zuhause und auch mit uns nichts passiert und er ist meistens sehr entspannt. Ab und zu plagen ihn noch Albträume in denen er sehr jämmerlich weint, aber wir wecken ihn dann schnell und er beruhigt sich.

Unser Leo hatte einen langen Weg um uns zeigen zu können was er für ein Sonnenscheinchen ist, aber es war die ganze Zeit schon da. Leo ist ein so feinfühliger und lieber Hund, der einfach nur gefallen möchte. Ich nenne ihn auch immer unseren Gentleman.



Dein Sonnenscheinchen pennt und pupst, das nenne ich aber nicht gerade „Gentleman-like“. Aber das gelbe Dusselchen ist schon ganz OK. Man kann wirklich super mit ihm toben und er lässt mir auch immer was von seinen Leckerchen über. Das macht der dicke Schwarze nie. Die doofe Nuss die unser gelbes Dusselchen gehauen hat kann froh sein das ich da noch nicht da war, die hätte ich aber so in den Hintern gezwackt, so fest ich könnte.