Montag, 17. September 2012

Der Couch Designer oder Schnee von Gestern

 


Hier ist ja schon wieder seit fast zwei Monate absolute Flaute angesagt. Es ist an der Zeit das ich den Blog in meine mehr als kompetenten Pfoten nehme. Mit großer Beschämung muss ich gestehen dass unsere Mami seit 8 Wochen fremdschreibt. Ja ich weiß, es ist wirklich eine große Schande. Frauen können so fickel sein. Da lernt Mami den Dogtari und den Bruno kennen und was passiert? Sie kommt überhaupt nicht mehr dazu unsere literarisch wertvollen Geschichten zu schreiben. Und wisst ihr was sie für den Bruno schreibt? Cartoons! Hach, wie konnte sie nur so tief sinken? Was habe ich bloß falsch gemacht? Ich bin immer für sie da wenn sie knutschen will, halte sie abends auf der Couch warm und futtere sogar die Reste von ihrem Abendessen vom Teller wenn sie satt ist. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Wie kann sie nur so ein edles Wesen wie mich über eine blaue Cartoon Dogge vernachlässigen? Der Schmerz sitzt tief.

Sie und diese treulose weiße Zicke namens Lilly sitzen ständig zusammen und schreiben irgendwelche Sachen über die sie sich dann auch noch köstlich amüsieren. Und der gelbe Dussel hat so wenig Ansprüche, solange der bei der Mami liegen darf ist dem total wurscht was sie tippt. Die haben alle null Contenance und genauso wenig Klasse. Kein Fünkchen Ehre in der Brust. Da werde ich wohl jetzt alleine hier die Fahne hochhalten müssen.

Da kriegen wir schon einen tollen neuen Blogaward, und die haben noch nicht mal Zeit den hier zu posten. Es ist wirklich zum Heulen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für den tollen Award an die Wauzelwelt (Ralph & Silke und die tollen Landseer Mona & Holmes). Ich werde dann noch in Ruhe suchen wem ich diesen weitergeben möchte.

Wer jetzt glaubt Fremdschreiben wäre Mamis einzige Charakterschwäche den muss ich bitter enttäuschen. Ich gestehe es wirklich äußert ungern, ich versprecht mir doch das das jetzt unter uns bleibt, ja? Aber es belastet mich schon mein ganzes Leben und bereitet mir täglich Verdruss. Ich habe schon vergeblich mehrmals versucht Mami eines Besseren zu belehren, aber leider ohne jegliche Wirkung, oder merkliche Verbesserung. Also Mami ist..., ich kann es kaum aussprechen, aber Mami ist wirklich eine miserable Coucheinkäuferin. Da es ist raus. Endlich kann ich es mir von der Seele schreiben.

Die Couch ist wirklich das Kernstück eines jeden Doggenlebens. Man kann fast sagen ohne Couch ist eine Dogge keine Dogge. Obwohl wir ja immer eine Couch zur Verfügung hatten seit dem ich bei Mami wohne, muss ich leider gestehen das es immer sehr mindere Ware war. Irgendwie schafft sie es nicht ein einziges Mal eine gescheite Couch zu kaufen.

Als ich ein Baby war hatten wir so ein uraltes Stück, das Mami von Irgendjemand geerbt hatte. Das Ding hatte schon Decken drüber als ich kam. Es war zwar leidlich weich, aber die Kissen verrutschten immer und ganz ehrlich gesagt so toll gerochen hat das auch nicht. Sobald ich alt genug war, wurde mir meine Aufgabe und Pflicht bewusst, ich musste unsere Familie von diesem Ungetüm befreien.

Also wartete ich bis ich den Feind heldenhaft im Alleingang bekämpfen konnte. Das Gefecht wurde heftig und erbittert über mehrere Stunden erstritten. Immer wieder schlug ich meine gewaltigen Zähne in das miese Stück und benutzte meine schlagkräftigen Krallen um dem Gegner tiefe Wunden in die Seite zu schlagen. Auch die Kissen wurden nicht verschont, kurzerhand ausweidete ich diese Auswüchse des Grauens. Nach dem langanhaltenden Kampf und nahe der Äußersten Erschöpfung gelang es mir endlich aus dem Hinterhalt das Ungetüm den Todesstoß zu versetzen. Ihr werdet es kaum glauben, aber mit gelang mit einmaliger Genialität meinerseits den Holzrahmen so zu zerbeißen das er endlich besiegt zusammenbrach.

Mit letzter Kraft gelang es mir noch mich auf die Überreste meines Gegners zu schleppen sodass es ihm unmöglich war sich wieder zu erheben und dann übermannte mich ein todesähnlicher Schlaf. Jäh wurde ich Orpheus’ Welt entrissen als ein gellendes Gekreische mich aufschreckte. Vor mir stand die jüngste meiner Hautschwestern die wohl befürchtete ich sei dem schrecklichen Kampf erlegen. Schnell versuchte ich ihr zu versichern das ich zwar müde, aber dennoch heil das Gefecht überstanden hatte, als sie schon los sprintete um unsere Mami zu holen.

Niemals war ein Held mehr missverstanden. Dankte mir meine Familie für meine heldenhaften Taten sie von diesem stinkenden Monstrum befreit zu haben? Mitnichten, ich glaube es war eines der meist enttäuschenden Erlebnissen meiner zarten Kindheit. Ich der beste, treuste und liebste Hund von allen wurde der Sabotage bezichtigt. Sie haben mich sogar einen bösen Hund benannt, mich beschimpft und tatsächlich in mein noch nie benutztes Körbchen verwiesen. Bisher hatte ich das noch nie verstanden, aber Undank ist wirklich der Welt Lohn. In meinem einsamen Elend musste ich zusehen wie sie die Stücke meines Gegners entsorgten ohne mir auch einen Moment des Triumpfs zu gönnen. Abends als die Familie versammelt auf dem Teppich Platz nahm um Fernsehen zu schauen musste ich alleine auf meinem dicken Kissen im Körbchen schlafen. Meine einzige Hoffnung war das sie später mein Opfer verstehen und würdigen würden, spätestens dann wenn ein neues schönes Sofa Einzug hielte.



Habe ich schon erwähnt dass meine Mami die weltschlechteste Coucheinkäuferin ist? Vor Allem hat sie wirklich keine Ahnung von Doggen und ihre Beziehung zu Couchen. Wer jetzt glaubt diese Geschichte hätte ein Happy Ending täuscht sich gewaltig. Meine Mami stufte mich nach dieser Episode doch tatsächlich als unzuverlässig ein. Sie meinte es hätte überhaupt keinen Sinn eine schöne Couch zu kaufen so lange ich in dieser Sturm und Drang Phase sei und mein Zerstörungswut diese Ausmaße erreiche. Konnte je ein Mensch fehlgeleiteter als sie sein? Ich hatte kaum etwas zerstört vorher, OK vielleicht den ein oder anderen frechen Schuh, aber wirklich nichts Nennenswertes. Also was macht sie? Ja genau, ihr habt es erfasst. Sie ersetzte das Couchungeheuer einfach mit einer anderen gebrauchten Couch. Das Ding war noch hässlicher und unbequemer. Sollte ich denn mein ganzes Leben mit diesen Auswüchsen der Hölle fristen müssen?

So beschloss ich mein Leben dem Kampf gegen hässliche und unbequeme Couchen zu widmen. Sogar gegen den ausdrücklichen Wunsch meiner Mami. Ich tue sonst alles für sie, aber in diesem Punkt kann ich einfach nicht über meinen Schatten springen. Es kam wie es musste, in den folgenden Jahren musste ich achtmal einschreiten und die Familie eines alten Sofas entledigen. Jedes Mal wurde mein Begehren missverstanden, aber Menschen sind ja im Allgemeinen etwas begriffsstutzig. Natürlich lehrte ich auch den gelben Dussel und die weiße Zicke wie man unliebsame Couchen los wird und Gott sei Dank waren sie in einigen heftigen Gefechten entscheidende Hilfen in der Vernichtung des Feindes. Mami ist seit dem schon mehrmals in den Genuss von Innenschnee gekommen.

Dann stand der Umzug ins neue Haus an, und endlich ich hörte die erlösende Nachricht: „Wir kaufen eine nagelneue Couch.“ Freudig wälzte ich mit der Familie Kataloge und hörte allen aufmerksam zu wenn sie darüber sprachen was sie wohl kaufen möchten. Leider durfte ich mal wieder nicht mit als sie endlich das Ding kauften, sonst wäre das bestimmt nicht so passiert. Warum dürfen eigentlich in Möbelläden keine Doggen Probe liegen? Schließlich sind es doch wir die tagtäglich auf dem Ding liegen müssen.

Mami ging tatsächlich zu Ikea und kaufte eine Couch. Kann es schlimmer kommen? Wieder so ein dummes Ding aus Stoff mit rutschenden Kissen und einer mangelhaften Federung. Wie kommt es nur das sie überhaupt kein Sinn für Qualität hat? Wie kommt sie darauf dass auf dieser Couch drei ausgewachsene Doggen bequem schlafen können?




Ganz zu schweigen von den restlichen Mitgliedern der Familie. In drei Jahren haben wir es noch nicht ein einziges Mal geschafft alle gleichzeitig bequem auf der Couch zu liegen. In Anbetracht das Mami diesmal wirklich eine neue Couch gekauft hatte, habe ich mich jetzt drei Jahre damit zufrieden gegeben. Aber das Ding wird immer unbequemer und ist einfach unserem beachtlichen Gewicht und Größe nicht gewachsen.


So beschloss ich es langsam und mit Genuss stückchenweise über den Jordan zu befördern. Wir fingen in den letzten Tagen bei den Rückenkissen an. Das hat den Vorteil dass es jetzt mehr Liegefläche gibt. Ein Rückenkissen habe ich Mami noch gelassen. Aber die Tage dieses hässlichen Dings sind gezählt.


Vorsorglich habe ich schon mal einen Katalog von Chesterfieldsofas im Internet bestellt. Auf meine alten Tage werde ich hier nichts mehr dem Zufall überlassen. Mein nächstes Sofa wird mein Traumsofa, oder so Gnade ihm Gott.


Euer Euch ergebener Luca