Samstag, 21. Juli 2012

Samstagsabendfernsehen oder was der Rütter da so macht…..


Samstag ist grundsätzlich unser Großkampftag, da muss die große Hundehütte geputzt werden (das heißt Mami und Papi putzen die Wohnung und wir verteilen wieder die Hundehaare und unsere Spielzeuge, sonst siehts gleich so sauber und ungemütlich aus). Meistens gucken wir das uns in Ruhe von der Couch an. Nur Luca der Schleimer steht auf Schritt und Tritt hinter Mami, falls sie urplötzlich das Verlangen überkommen sollte ihn zu knutschen. Wäre ja absolut undenkbar wenn die Knutscher mal jemand anderes ab bekommen würde, deshalb hat er sich es zur Lebensaufgabe gemacht seinen dicken Rüssel allzeit für Mami bereit zu halten. Ganz schön anstrengend wenn du mich fragst, aber Luca halt.

Heute hat sich Mami auch mal wieder an unserem Fell ausgetobt. Die kriegt zwischen durch so neurotische Putzanfälle und meint uns dann ausgiebig striegeln zu müssen. Wir sind dann zwar alle die schönen losen Haare für einen Tag los mit denen man so toll teure Klamotten dekorieren kann, aber die Massage mit dem Gummistriegel und der Kardätsche ist schon was Feines. Dafür stehen wir gerne stramm.

Dann stürzen sich die Beiden todesmutig auf die Jagd fürs wöchentliche Futter. Wir warten gemütlich auf der Couch und machen ein Nickerchen bis sie wieder kommen. So fertig wie die Beiden immer aussehen wenn sie vom Lebensmittelladen kommen, müssen die bestimmt ganz hart kämpfen um die Tüten Futter nach Hause zu schleppen. Wir haben ihnen schon ein paar mal angeboten bei der Jagd zu helfen, nur jedesmal wenn wir was Leckeres aus dem Feld mitbringen machen die ein Affentheater (untrüglich was da in den Genen steckt). Dabei war der Igel den der gelbe Dussel nach Hause gebracht hat nur etwa eine Woche tot und durchaus gerade im Leckerstadium. Also wenn er ihn mir angeboten hätte, ich hätte ihn gerne verspeist. Aber selbst den tollen frisch erlegten Fasan den Luca seiner Angebeteten mal kredenzt hat wurde mit Unmut entgegen genommen. Ich fürchte denen ist nicht mehr zu helfen, deshalb fresse ich meine Mäuschen, wenn ich sie erwische, auch ganz schnell und unauffällig alleine.

Meistens müssen wir dann die Beiden nach dem Einkauf mit einem gemütlichen Bummel durch Wald und Flur, oder mit einem Fussballspiel im Garten entspannen. Denn aufgedrehte und gestresste Menschen sind nervig. Wenn sie dann wieder schön runter gekommen sind, dürfen sie unser und ihr Fresschen machen. Wir kriegen unseres natürlich zuerst, wir sind da schon recht strikt, denn die natürliche Rangordnung sollte schon eingehalten werden. Aber dazu mehr gleich.

Samstagabend ist auch Fernsehabend, ich schaue sehr gerne Hund, Katze, Maus, weil da immer so lustige Tiere mit machen, und ich könnt mich immer weg lachen über die Kommentare die die Hunde über den Tierarzt da machen...tja und dann kommt meistens eine sehr traurige Sendung, die mit dem Hundetrainer Martin Rütter. Warum traurig fragt ihr? Ist doch toll? Der Hunde- und Menschenversteher setzt sich ein um das Verhältnis zwischen Hund und Halter zu verbessern?

Es ist ein Trauerspiel das manche Hunde ihre Menschen so schlecht erziehen und sozialisieren das diese meinen sie bräuchten Hilfe von so einem Trainer. Wie verunsichert muss ein armer Mensch sich fühlen, wenn er glaubt ein anderer Mensch kann ihm seinen Hund erklären. Noch eine größere Tragödie folgt dann für den Hund. Der muss dann auf Couch und Bett verzichten, auf reguläre Fresschen und den ganzen lieben langen Tag irgendeinem so blöden Futterbeutel mit doofem Trockenfutter drin hinterher jagen, bääh! Und der bekloppte und irregeführte Mensch meint dann noch sein Hund hätte Spass daran und wäre besser ausgelastet. Was für ein Stuß.

Liebe Hundefreunde (und ich meine hier wirklich, meine HUNDE Freunde, also liebe Menschen wenn ich euch meine sage ich das schon), es kann doch alles so einfach sein. Nehmt ein wenig Rücksicht auf die beschränkte Welt eurer Besitzer. Wenn ihr an der Leine zieht macht ihr Eurem Menschen Angst. Eigentlich war der irgendwann bevor ihr Euch ihm angenommen habt ein Beutetier und ist erst mit eurer Hilfe zum Jäger mutiert. Lasst sie doch in dem Glauben das ihr Euch setzt weil sie was gesagt haben. Was nützt es wenn ihr Euch auf eueren Lieblingsfeind stürzt? Das nächste Mal bleibt ihr einfach zu Hause, oder Euer Mensch schleppt irgendwelche Hilfsmittel an (so genannt weil sie dem Menschen helfen sollen mit ihrem Hund zu laufen, aber kommisch keines davon macht den Mensch wirklich schneller), oder noch schlimmer Eurer Mensch ruft so einen Typ wie den Rütter an, und aus die Maus mit dem Prinzesschenleben.

Es ist wirklich alles ganz einfach, ihr müsst euren Menschen einfach konditionieren. Das A und O einer jeglich guten Erziehung. Man sollte damit anfangen sobald man als Welpe in den Menschenhaushalt einzieht. Hoffentlich stammt ihr aus gutem Hause und eure Mutter hat euch schon die Grundsätze erklärt. Als Welpi kann man seine Niedlichkeit sprichwörtlich bis aufs Blut ausnutzen. Die lieben neuen Besitzer lassen sich sogar als Kauspielzeug missbrauchen. Aber Achtung, in dieser Prägungsphase habt ihr einen wichtigen Job. Der Mensch muss jetzt konditioniert werden auf eurer leisestes Wimmern in Sekundenschnelle zu reagieren. Wenn sie nicht schnell genug sind, beschert ihnen eine eindrückliche Konsequenz in der Form eines netten Stinkehäufchen auf dem teuren Perser. Aber eine kleine Anmerkung hier, nie und ich meine NIE pinkelt ins Menschenbett, oder ihr kommt da nie wieder rein (und nein ich spreche nicht aus Erfahrung, so doof bin ich nicht).

Übt jetzt ständig den Augenkontakt mit euren Menschen. Sie müssen jetzt lernen euch zu lesen um euch unaufgefordert die besten Bissen von ihrem Teller ins Maul zu schieben. Seit dabei aber nicht aufdringlich, sondern seht sie nur mit allem Herzschmerz der Welt an und krabbelt mit einem tiefen Seufzer unter den Tisch. Euer Mensch muss glauben er gibt euch was ab weil ihr es verdient habt, und weil ihr so brav wart. In Kürze habt ihr ihn soweit trainiert das er auch den Rest der Familie dazu anhält euch was übrig zu lassen.

Wenn ihr auf die Couch möchtet, springt nicht gleich hoch. Imitiert Menschenbabies die da hoch krabbeln müssen. Legt die Vorderpfoten hoch und wimmert bis sie euch das Hinterteil darauf heben. Und schmiegt euch gleich an den Menschen an und fordert ihn auf ausgiebig mit euch zu schmusen. Überhaupt je mehr ihr schafft das euer Mensch euch streichelt, je schneller und intensiver schreitet seine Konditionierung voran.

Warum darf unser Luca fast alles? Weil er Tag und Nacht an seiner Mami klebt. Und wenn er irgendwas anstellt wird das sofort entschuldigt, auch wenn die Indizien seiner Schandtat eindeutig sind. Er ist ein wahrer Meister im Schleimen und hat es uns allen beigebracht. Ich musste stundenlang am Spiegel üben bis er mit meiner Leistung zufrieden war


 Beim Dussel sieht das so aus:

Und der Meister zeigt es perfektioniert so:


Oder so:


Auch den Rest der Erziehung dem Mensch beizubringen ist ein Kinderspiel. Setzt euch häufig vor oder neben euren Menschen, irgendwann kommt ein zaghaftes Sitz aus dem Mund des Besitzers, bestätigt ihn sofort indem ihr noch mal sitzt und ihn freundlich anwedelt. Wenn er es nicht gleich kapiert schaut aufforderned auf die Leckerchentüte, manche Menschen sind halt ein bischen langsam. Wiederholt es häufig bis der Mensch von sich aus das Sitz und das Leckerchen anbietet. Und schon habt ihr gewonnen, eurer Mensch hat jetzt gelernt das er euch sofort ein Leckerchen geben muss wenn ihr sitzt. Das Prinzip ist beliebig auf alle Körperstellungen anwendbar. Ihr könnt eurem Besitzer auch beibringen euch ein Leckerchen zu geben nur weil ihr ihm kurz draußen eure Aufmerksamkeit schenkt und zu ihm rennt.

Nach und nach gewöhnt sich euer Mensch auch daran euch überall mit hin zu nehmen. Und jetzt könnt ihr ihm beibringen wie gerne ihr auch ein Eis beim Italiener hättet. Es kostet zwar am Anfang etwas Mühe, aber es lohnt sich seinen Menschen gut zu erziehen. Soviel ich weiß hat der Rütter ja auch einen Hund, die Mina, warum lässt die den bloss immer frei laufen?

So ich muss jetzt auf die Couch, Euch ein schönes Wochenende noch, mein Hund, Katze, Maus kommt gleich...



Eure Lilly

Kommentare:

  1. *hahahaha* Lilly, das hast du toll erzählt und GENAUSO hab ich es bei meinen Zweibeinern auch gemacht. ICH DARF ALLES und wenn ich was falsch mache, war natürlich nicht ich dran Schuld, sondern entweder meine Zweibeiner oder ein anderer Hund ;)

    Küsschen,
    die andere Lilly ;)

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  2. Hallo Lilly,
    danke für deinen ausführlichen Bericht. Die Spiegelübung müssen wir noch nachholen. Aber sonst haben wir unser Frauchen schon gut erzogen. Gut, die Leckerchen sind immer knapp (gibt ja nie genug davon) aber dafür fressen wir unsere gehaschten Mäuse auch selber. Die geplante Jungfasanenjagd wurde von Frauchen vereitelt. Sie gröhlt ja dann immer "KEKS". Wenn sie so rumgröhlt muss sie natürlich auch Kekse rausrücken. Und wenn was nicht funktioniert, können wir uns ja an dich wenden.
    Liebe wauzis von Emma und Lotte

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  4. So, jetzt versuch ich es nochmal. Irgendwas hat gerade mit dem Kommentieren nicht geklappt....

    Hallo Lilly,
    ich habe mich gerade fast kaputt gelacht, über Deinen tollen Bericht :-)
    Wahrscheinlich waren unsere Wauzels heimlich bei Dir zum Üben, denn irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor...
    Deine Seite gefällt mir sehr, und ich komme ganz sicher jetzt öfter hier vorbei.
    Ganz liebe Grüße von Silke (die hier komischerweie nur mit dem Konto von Ralph kommentieren kann) und den Vierbeinern von der Wauzelwelt

    www.wauzelwelt.de

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  5. Ja super,
    Endlich wird es mal so erzählt wie es ist!

    Wir schnüffeln weiter und kommen wieder - müssen aber erst einmal die
    Lachtränen wegwischen...

    Liebe Grüße - Monika mit dem Bente-Tier

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