Montag, 18. Juni 2012

Alles Banane



Schnuppern, ist die Luft rein? Vorsichtig schleiche ich die Treppe hinunter und schiele um die Ecke. Fein, keiner da, noch einen schnellen Sprung nach vorne mit eingezogenem Kopf und Schwupps bin ich ungesehen in meiner Höhle unter dem Küchentisch. Endlich! Jetzt kann ich mich in Ruhe kratzen ohne dass das wieder Mami mit ihrer blöden Salbe auf den Plan ruft. Ohhh, jaaa, das ist es, noch ein wenig weiter rechts…. Genüsslich schließe ich meine Augen und kratze was das Zeug hält im Trommeltakt. Huch, plötzlich hat mich eine Hand am Kragen und zieht mich unter dem Tisch vor. Mist, sie hat mich erwischt. Halbherzig versuche ich Wiederstand zu leisten, aber Mami versteht mal wieder keinen Spaß und  fuchtelt mir wie wild mit dem Zeigefinger vor der Nase herum. Das ist ihr Zeichen für „Nein“. Wie hat sie mich bloß wieder gefunden?
Gnadenlos schnappt die sich meine Pfote, und ich hasse es wenn jemand mit meinen Pfoten herum macht. Schnell versuche ich den Rückzug in meine Höhle anzutreten, aber da packt sie mich geübt in den fiesen Nix-da-du-wirst-zwischen-die-Beine-geklemmt-bis-ich-fertig-bin Ringgriff. Wenn ich jetzt nicht still halte, artet das noch in den zwischen-die- Beine-geklemmt-Scheren-und drauf-setz-Griff aus, also gebe ich klugerweise auf und lege vorsichtshalber mal die Öhrchen schlapp und schaue betrübt, vielleicht zieht ja die Mitleidsmasche.
Das hilft meistens auch wenn ich ausbüchse wenn sie mit der Krallenschere droht. Ich lasse mir nämlich meine Krallen nicht schneiden, nie nicht. Außerdem bin ich so eine außergewöhnliche Dogge, dass meine Krallen sich ganz von selber kürzen wenn ich tief und fest pofe.

Jedes Mal wenn ich den gelben Dussel darauf aufmerksam mache wie toll doch meine schönen Krallen nach einem guten Nickerchen aussehen, schmeißt sich dieser Clown auf den Rücken und brüllt vor Lachen. Naja, ist eben ein Dussel, was weiß der schon von Krallen, seine dicken Klauen müssen jedes Mal stundenlang von Mami mit Krallenzange und Feile bearbeitet werden um die kürzer zu bekommen, und der pennt meistens auch noch dabei ein. …Ah, Moment, ob es wohl eine kausale Verknüpfung zwischen einem Nickerchen und kurzen Krallen gibt? Ach Quatsch, meine Krallen sind einfach nur viel schlauer als seine….
Jetzt entdeckt sie auch noch die aufgekratzte Axel. Die zusammengezognen Augenbrauen von Mami verheißen nichts Gutes. Mit einem tiefen Seufzer werde ich entlassen und ich mache mich schnellstens zurück in meine Höhle unter dem Küchentisch und übe mich in beleidigter Leberwurst spielen. Das habe ich inzwischen perfektioniert, ich rolle mich fest ein, wohlgemerkt meine kostbaren Pfötchen fest an den Bauch geklemmt während ich dann mit kummervoller Miene leise meinen Unwillen winsele, bis irgendjemand unter den Tisch krabbelt um mich zu trösten.
Mamis Füße laufen um den Tisch, ich schiele mal unter der Tischdecke vor um die Lage zu eruieren. Mami zieht ihre Jacke an und nimmt die Autoschlüssel vom Tisch, ein sicheres Zeichen das sie gleich nach draußen geht. Oh, die Jungs haben es auch schon mitbekommen und schnell sausen wir um die Wette zur Tür. Juchhe, wir gehen spazieren, sie nimmt eine Leine vom Halter und wir fangen schon mal den wir-sind-so-aufgeregt Tanz an. Dabei ist es immens wichtig sich vor der Türe im Kreis zu drehen und dabei ein schönes Gewühl aus Pfoten und Doggenohren und schlagenden Schwänzen zu bilden, außerdem muss sich immer der Hund der gerade angeleint werden soll hinter den anderen verstecken. Dann fängt Mami meistens an ihrerseits zu tanzen und zu gestikulieren bis sie ganz rot im Gesicht ist. Ein wirklich unterhaltendes Spiel.
Komisch, die Jungs brechen ihren Tanz schlagartig ab und machen kummervolle Gesichter. Der Gelbe verdrückt sich sogar unauffällig in meine Höhle. Luca guckt auch das er Land gewinnt und Sophie schaut mich voller Mitleid an, was ist denn hier los? Ich tanze noch ein bisschen weiter bis ich angeleint werde. Ätsch, dann gehe ich halt alleine mit der Mami weg, normalerweise löst das ein Sturm der Entrüstung bei den anderen aus, die mich dann noch bis ins Auto verbellen bis das ganze Haus bebt, aber seltsamerweise fühle ich gar keine Schwingungen, hmmm….egal, ICH gehe spazieren.
Yippie, rein ins Auto und los. Quietsch-vergnügt schaue ich aus meinem Fenster, oh schau eine Straße, und och, da ist ein Hund, oh und dahinten war das gerade eine Miezekatze? Und da sind ganz viele Autos, und noch mehr Straßen, und mehr Autos…
Was dauert das wieder lange mit dem Fahren, wo will denn die hin? Also zu unser Wald-Gassi-Strecke dauert es aber nicht so lang. Hm, vielleicht gehen wir ja wieder auf den großen Hundespielplatz? Och, noch mehr Straßen, hört das denn gar nicht mehr auf? Mir ist mal wieder so langweilig. Mal gucken ob ich etwas im Auto finde zum Spielen. Oh, da hat jemand ein Schreiberding hinten in der Box vergessen. Hingebungsvoll widme ich mich der ehrenvollen Aufgabe mein technisches Verständnis zu vertiefen und das Ding fein säuberlich in seine Einzelteile zu zerlegen. Ups, was ist das? Irgendetwas steckt mir in den Zähnen fest. Ich versuche es angestrengt mit meiner Pfote heraus zu pulen, aber irgendwie geht das nicht. Ganz heftig den Kopf schütteln funktioniert auch nicht, was mach ich denn jetzt? Vorsichtshalber fange ich mal an zu jammern.
Mami hält das Auto an und krabbelt zu mir hinten in die Gitterbox. Ich setze mich vorsorglich in eine Ecke und mache meine Schnauze gut und fest zu. Ich möchte ja nicht zu kleinkariert wirken, aber da geregelte Besitzansprüche das miteinander wesentlich erleichtern, möchte diese Regelungen an dieser Stelle doch erwähnen: Wenn ich es gesehen habe ist es meins. Wenn du es gesehen hast und ich möchte es, ist es auch meins. Wenn du es jemals besessen hast, und es liegen gelassen hast ist es meins. Wenn du es hast und ich will es, ist es meins. Wenn es sich in deiner Schnauze befindet, ist es meins, und sollte es sich in meiner Schnauze befinden ist es NIEMALS deins und du wirst es auch nie von mir bekommen, denn was sich in meiner Schnauze befindet ist mit Sicherheit MEINS mit einer Potenz hoch drei.
Unglimpflicherweise stecke ich aber in einem delikaten Gewissenskonflikt. Irgendwas von diesem doofen Schreiberding steckt wohl fest. Bleib ich meinen Prinzipien treu, oder ist hier eine Ausnahmeregelung nötig? Ich muss das Ganze mal in Ruhe und philosophisch betrachten. Also es gab da so ein Schreiberding…
He, nicht so grob, man wird doch wohl noch nachdenken dürfen, die kümmert sich mal wieder einen Dreck um meine sehr sozialen Regelungen und brillanten Gedankengänge und macht mir einfach die Schnauze auf. Sie fischt mit geübter Hand die Metallfeder raus, und sammelt seufzend die Reste des Dingsda ein. Ich bin total beleidigt über diese Nötigung und der Tatsache dass meine wissenschaftliche Untersuchung des Schreiberdings noch nicht vollendet war und ich wohl doch meine Dissertation über ein anderes Thema werde schreiben müssen, und ziehe ich mich in meine Ecke zurück und rolle mich schmollend zusammen.
Schmollen kann ich wirklich besonders gut und das Beste darin ist ….gähn…och, der Wagen schaukelt so schön, und das Beste am schaukeln…äh schmollen ist…..schnarch.
Es ist doch immer das Gleiche, fast ist man an dem Ziel seiner Träume angekommen und hat den fetten Hasen auf dem Feld erwischt, und da wird man geweckt, angeleint und nach draußen befördert. Oh, wir sind da, was ist denn „da“? Hm, irgendwie kommt mir dieser Platz bekannt vor, ich glaube hier waren wir schon mal. Ja, es riecht hier auch so komisch, irgendwie nach Angst und irgendeinem komisch beißenden Geruch.
Oh, fein hier sind jede Menge Hunde, wir sind bestimmt zum Spielen da. Schnell hüpfe ich meinen ich-bin-ja-so-aufgeregt-lass-mich-von-der-leine-zum-spielen Tanz, aber zu meinem Verdruss handle ich mir nur einen Verweis und eine kurze Leine ein. Wie, jetzt? Wir sind hier den ganzen Weg zum spazieren gehen gefahren um all diese Hunde zu treffen und jetzt darf ich noch nicht einmal spielen? Offenbar nicht, Mami fuchtelt wieder mit dem Zeigefinger vor meiner Nase herum, bugsiert mich in eine Ecke und dann muss ich mich auch noch auf die kalten Fliesen legen, Igitt. Das grenzt wirklich stark an Tierquälerei, ich schwöre die nächste Gelegenheit die ich bekomme petze ich bei Notdogge.
So da liege ich nun und was passiert? Rein gar nichts, die pure Langeweile. Gegenüber sitzt eine Colliehündin und ignoriert mich komplett, sie würdigt mich noch nicht mal eines Blickes als ihr eine freundliche Spielaufforderung wedele. Dann eben nicht liebe Tante, bleib’n Onkel, och habe ich schon erwähnt dass der Wuschellook dieses Jahr komplett out ist?
Zwei Stühle weiter unten sitzt ein alter ergrauter Cocker Spaniel, mal gucken was der so meint. Ich robbe vorsichtig in seine Richtung, und strecke ihm meine Nase entgegen um zu schnuppern. Da blafft mich der ungehobelte Kerl an: „Lass mich bloß in Ruhe, ich kann schon seit drei Tagen nicht mehr pinkeln und ich Scheiß auf rosa Gumminasen wie dich!“ Menno, der braucht doch nicht gleich so sauer sein. Schnell verkrümele ich mich hinter Mamis Beine, und gebe ihr den ich-schwörs-der-andere-hat-angefangen-und-ich-hab-gar-nix-gemacht Blick, zweifelnd hebt sie mal wieder die Augenbrauen und gibt mir das Zeichen für Platz. Boah, kein Wunder das die anderen hier nicht mit wollten, es ist tot langweilig.
Nach gefühlten drei Stunden wird auch Mami knatschig und rutscht auf ihrem Stuhl herum, schaut auf ihre Armbanduhr und seufzt sehr viel. Endlich steht sie auf und wir gehen nach draußen. Endlich! Schnurstracks will ich sie zum Auto ziehen, aber Pustekuchen da will sie nicht hin. Ob wir doch noch spazieren gehen? Sie nimmt so eine komische braune Tüte aus einem Eisending und wir gehen Richtung Wiese. Nach den harten Fliesen ist die Wiese richtig schön kühl und kuschelig zwischen meinen Zehen. Mit meiner Nase im Gras sauge ich tief die Luft ein um Zeitung zu lesen. Huch, die ganze Wiese besteht nur aus Schlagzeilen. Igitt, hier haben sich ja ganze Meuten verewigt. Also meine Unterschrift ist viel zu wichtig, und ich mache meine Geschäfte nur auf gut ausgesuchten Plätzen wo sie auch ihre volle Geltung entwickeln können. Ich streike und versuche so schnell wie möglich einen besseren Platz zu finden. Aber so schnell lässt die mal wieder nicht locker. Sie läuft diese doofe Wiese hoch und runter, hoch und runter, und wieder hoch und wieder runter, und die ganze Zeit hat sie mein Hinterteil mit Argusaugen im Blick. Aber so schnell gebe ich nicht auf, müssen tue ich schon, aber ganz bestimmt nicht hier. Ich kneife fest meine Pobacken zusammen und ziehe Richtung Parkplatz. Lilly nach Hause….
Endlich gibt sie auf und wir laufen endlich aufs Auto zu. Meistens hat Mami ja Augen wie die neun-köpfigen Hydra und erahnt mit ihrem sechsten Sinn wenn ich was im Schilde führe um dann in letzter Sekunde meinen ausgeklügelten Schlachtplan zu vereiteln, aber diesmal wird sie es nicht kommen sehen. Ganz nonchalant schlendere ich an ihrer Seite, nehme mir die Zeit um an einem Gänseblümchen am Wegesrand zu schnuppern. Weiter geschlendert und dann habe ich mein Ziel erspäht. Schnellen Stopp eingelegt, Hintern raus gestreckt, Schwanz hoch und noch ein nettes Häufchen auf dem fein geharktem Kiesweg gesetzt. Mission erfolgreich beendet, wir können dann nach Hause. Mami tanzt dazu schon wieder so einen komischen Tanz um mich herum und wedelt wie wild mit dem braunen Tütchen. Schon kommen ein paar Leute und zücken ihre Handys um mein schönes großes Häufchen zu fotografieren und dahinter warten noch zwei Autos in der Schlange. Jetzt werde ich bestimmt berühmt. Mami ist so stolz auf mich das sie schon wieder ganz rot im Gesicht ist, macht nichts ich finde die Farbe steht ihr. Um mein tolles Häufchen für die Nachwelt zu erhalten hebt sie es vorsichtig mit dem braunen Tütchen auf und alle Menschen freuen sich, wieder mal habe ich für heute mein gutes Werk getan.
Jetzt aber möchte ich aber endlich nach Hause und biege auf die Zielgrade ab direkt zum Auto, Mensch, schon  wieder nichts! Die läuft doch tatsächlich wieder in diesen doofen langweiligen Raum mit diesen doofen langweiligen Hunden. Ich habe ja ein sehr gutmütiges Wesen und mache so manches klaglos mit, aber jetzt ist es genug und ich trete geflissentlich deutlich auf die Bremse. IEEHH! Gemein, die Fliesen sind rutschig und ich lande wild rudernd auf der Schnauze. Unverschämtheit so was, wieso können die hier nicht einen vernünftigen Rasen reinziehen, dann bräuchte man auch sein Geschäft nicht auf dem Kiesweg verrichten. Gerade als ich mich wieder aufgerappelt habe, geht es schon weiter durch eine Glastüre und in einen noch kleineren Raum mit einem Tisch. Hm, ist es schon Zeit für meine Nachmittagsbanane?
Aber wieder werden meine Erwartungen bitter enttäuscht. Auf einmal wimmelt es nur so von weißen Kitteln um mich. Vorsichtshalber verstecke ich mich mal hinter Mami, man weiß ja nie ob die Leute da auch ausreichend sozialisiert wurden. Und eh ich mich es versehe fallen die doch über mich her und heben mich auf diesen komischen Tisch. Und auf Mami ist auch kein Verlass, die hat denen sogar geholfen. Jetzt ist mir doch sehr mulmig zu Mute.  Wozu hat man große Brüder wenn die dann doch nicht da sind wenn man sie braucht? Alle stehen um mich herum und unzählige Hände halten mich auf dem Tisch. Mami brabbelt mal wieder vor sich hin und streichelt mich dabei. Hoffentlich heißt das, dass ich bald wieder von diesem doofem Tisch darf.
Jetzt fummelt auch noch einer dieser weißen Kittel an mir herum, und guckt sich sogar die Haut zwischen meinen Zehen an. Von Privatsphäre hat der auch noch nichts gehört. Ich verstecke meinen Kopf unter Mamis Weste, wenn ich den nicht sehen kann, dann kann der mich vielleicht auch nicht mehr sehen.
Es ist an der Zeit die Operation „Free Lilly“ zu planen. Also, wenn ich mich in einem Ruck losreiße und vom Tisch springe, könnte ich mich an dem Schrank mit den Hinterpfoten abfedern, eine 90 Grad Harke schlagen und durch die offene Türe direkt zum Auto preschen. Tief einatmen, Duldsamkeit vortäuschen und entspannen. Ja, tatsächlich, die lassen locker, jetzt oder nie! Juchhe! Ein riesiger Satz vom Tisch, in den Schrank geschliddert, die Hinterbeine versammelt und Endspurt zur Türe. Knall! Einer der weißen Kittel schlägt mir die Tür vor der Nase zu und ich rausche volle Fahrt in seine Knie. Das hat er jetzt von seinen schlechten Manieren, normalerweise hält man doch einer Dame die Tür auf. Als der Kittel wieder hoch kommt mit einem etwas Schmerz verzogenem Gesicht hat er so ein komisches großes durchsichtiges Plastikgebilde in der Hand. Was will er denn damit? Er formt das Ganze zu einem Trichter und stülpt mir das Ding über den Kopf! Wie bitte? Was soll das denn!!! Ich versuche natürlich dieses blöde Ding so schnell wie möglich los zu werden. Alles herum ist milchig irgendwie und dauernd stoße ich irgendwo an. Die spinnen doch die Römer, ich lege mich jetzt hier hin und rühre mich keinen Millimeter bis ich dieses Ding wieder los bin, jawohl.
Der weiße Kittel und Mami versuchen mich auf die Beine zu stellen und mich durch die offene Tür zu bugsieren, aber ich verweigere jegliche Zusammenarbeit und bleibe einfach liegen. Sollen sie doch sehen was sie davon haben, meinetwegen können sie sich einen Bruch heben, aber so gehe ich auf keinen Fall einen einzigen Schritt. Die blöde Colliezicke da draußen lacht sich doch schlapp wenn ich in diesem albernen Aufzug auftauche, ganz zu schweigen wie mich die Jungs zu Hause aufziehen werden. Nein, nein und nochmals nein, so gehe ich nicht da raus. Ich mache auf Gandhi und trete in den Hungerstreik und dann können sie ihre Grausamkeit den Leuten hier erklären die das arme verhungerte Döggelchen in dem fiesen Plastikding bedauern.
Endlich hat die Olle Mitleid mit mir und nimmt das Teil wieder ab, das wurde aber auch Zeit. Sie klemmt sich das Ding unter den Arm und endlich darf ich in mein Auto. Ich glaube ich war noch nie so glücklich mich auf mein Kissen zu kuscheln. Mami hat dieses komische Plastikding vorne neben sich. Bei der ersten Gelegenheit werde ich meinen Schmach bitter rächen und dieses Teil entführen und in einer dunklen Ecke in die kleinsten Fetzen reißen, im Garten mindestens zwei Meter tief verbuddeln um dann ausgiebig und mehrmals auf sein Grab zu pinkeln. Mit diesen wohligen Gedanken rolle ich mich ein und lasse mich in den Schlaf schaukeln.
Zu Hause gut, alles gut? Mit Nichten, sobald wir zuhause angekommen sind, geht die Folter des unschuldigen weißen Doggenbabies weiter. Sofort probiert Mami ihre neuen Salben und Sprays an mir aus. Puh, warum muss das Zeug immer so abscheulich stinken. Ich weiß nicht warum sie sich nicht das ganze Gecreme einfach spart, das Zeug leck ich sofort wieder ab wenn sie fertig ist und damit basta. So stinkend kann man ja keinem anderen Hund unter die Nase treten. Der Dussel sitzt ein paar Meter weiter und kräuselt schon die Nase, und da geht’s schon los „HATSCHIII“ und der ganze Rotz und Sabber landet mit einem nassem Klatsch an der Wand. Wow, Leo fein gemacht! Keiner kann so super klebrigen Schlunz produzieren wie unser gelber Dussel, darin ist er einfach ein Meister. Während ich bewundernd dem langsamen zähen Laufen des Schlunz zu sehe, trollt sich Leo ins Wohnzimmer um der Couch auch etwas von seinem kostbaren Sabber zu gönnen. Mami schmeißt mal wieder Papi Handtücher hinterher um den Sabber zu beseitigen. Jetzt haben sie schon drei tolle Doggen zu Hause die bereitwillig ihren Schlunz mit Ihnen teilen und trotzdem kann ich mich des Gefühls nicht erwehren das unser kostbares Schlunzgeschenk an die Beiden pure Vergeudung ist.
Mami zückt mal wieder ein T-Shirt und zieht es mir über den Kopf und bevor ich mich versehe habe ich auch noch Gummischuhe an den Pfoten. Also irgendwer muss Mami mal klar machen, dass obwohl ich ja ein Mädchen bin, ich mit der gängigen Mode wirklich nix im Sinn habe. Ständig stopft sie mich in irgendwelche T-Shirts und als ich meine erste Hitze hatte, hat sie mich für mein ganzes zukünftiges Leben als Hündin ernsthaft traumatisiert. Da wird man endlich erwachsen und eine junge Frau und kann damit bei den Kerlen prahlen, und was macht sie? Sie steckt einen in Windeln wie ein Baby. Luca hat zwar diskret weg gesehen und sich in die Barthaare gekichert, aber dieser gelbe Dussel hat sich wochenlang auf meine Kosten amüsiert und immer wenn ich nicht aufgepasst habe, hat er den Gummibund meiner Windel schnalzen lassen. Und wenn dann der Bund endlich kaputt war habe ich den Ärger und die Schimpfe von Mami bekommen, weil die doofen Windeln so teuer sind.
Endlich werde ich entlassen von Mami. Uh, ich glaube nicht dass man mit diesen komischen Schuhen laufen kann. Also Nike oder Blahniks sind das sicher nicht. Unsicher versuche ich mich vom Acker zu machen, aber irgendwie funktionieren meine Pfoten so ganz anders mit den Schuhen an und ich stakse mit jedem Schritt wie ein Storch im Salat. Och, ne jetzt lacht mich die Olle auch noch aus. Mir reicht es heute wirklich, ich setze mich jetzt auf meine Treppe und werde nach Herzenslust schmollen. Heute braucht überhaupt keiner mehr zu kommen und irgendetwas wollen, den nächsten der etwas von mir will beiße ich in den Hintern, jawohl.
Ich werde jetzt alle ignorieren. Mami versucht mich schon wieder abzulenken und winkt mich zu ihr. Ich drehe ostentativ meinen Kopf weg, meint die jetzt dass die ganze Tortur heute einfach mal so vergeben und vergessen ist, nur weil sie freundlich winkt? Nie nicht!
Geplagt von  Gewissensbisse fährt sie jetzt schwere Geschütze auf und wedelt mit, oh nein, einem ganzen Bündel Bananen. Wie soll man da nur standhaft bleiben? Mir läuft schon der Sabber im Maul zusammen. Oh mein Gott gibt es irgendwas Besseres als Bananen? Ach, Moral und Standhaftigkeit zum Teufel JUCHUH BANANEN!!! Mach schon, mach schon ich will meine Banane…aber sitzen tu ich nicht mehr dafür.

Morgens Banane

Mittags Tierarzt

Abends Banane

 Banane gut, alles gut.

Bilanz des Tages: „Alles Banane!“



Kommentare:

  1. Ach du armes Döggelchen,
    du hast es ja wirklich nicht einfach. Aber wenigstens hast du es dem Weißkittel mal richtig gezeigt. Mit deinem T-Shirt siehst du schick aus und vielleicht gewöhnst du dich auch an deinen neuen Schuhe. Übrigens, die Lotte frisst auch so gerne Bananen. Da fährt die richtig drauf ab.
    Liebe tröstende wauzis von Emma und Lotte

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    1. Endlich mal ne Runde Mitleid :-))) wusste ich es doch es gibt auch andere Wauzis da draussen die einen Bananentick haben. Emma ist bestimmt meine lang verlorene Seelenschwester :-)

      Sabberende Gruesse
      von Lilly

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  2. Hallo

    ich habe euren Blog heute entdeckt und bin hin und weg,
    besonders wie witzig es geschrieben ist finde ich total COOL
    wäre froh ich könnte das auch
    Weiter so!!

    Liebe Grüße
    Achim mit Lady Marian

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