Donnerstag, 10. September 2015

Huhu ihr da draußen hier ist Euer Bootsie.
Habt ihr uns vermisst? Tschuldigung, wirklich, an mir lags nicht. Mom war den ganzen Sommer total ausjebucht. Alle ihre Kollegen warn im Urlaub und wir konnten nicht gehen. Mom hat keine Schulkinder mehr, und irgendwie zählen bei ihr im Job Doggen nicht. Unfair finden wir, ihr nicht auch? Und dazu kam dann noch das Mom ganz viel Zeit braucht für ihren Verein um Notdöggelchen neue Zuhause zu finden. Und dann sind da natürlich wir, und wir brauchen gaaaaanz viel Zeit von Mom.
„Onkel Bootsie, erzählst du jetzt von mir?“ „Jo, Kleener mach ich.“
Wir hatten ne‘ ganz dolle Überraschung Anfang August. Eines Abends kam Mom nach Hause und hatte nen‘ Mini-me aufm Arm. Wirklich, dat Baby sieht so aus als wärs von mir, isses aber nicht, ich schwörs. Boah, war das aufregend. Dat Zickenschwesterlein war gleich sauer, erstmal, wissen wir ja alle, iss sie die Prinzessin, und zweitens hatte der Kleene jede Menge Flöhe. Lilly iss gleich in den Garten gerannt und meinte: „Ieeeeehhh Mami wasch den erstmal.“ Und das hat die Mom dann auch gleich gemacht. Der Kleeene musste inne Wanne. Dat Dusselchen war so lieb und hat ihm seine gelbe Quitscheente geliehen zum Trost.

„Onkel Bootsie, die Flöhe haben auch ganz dolle gejuckt.“ „Ja, deswegen warst du ja auch inne Wanne, Kleener.“ „Onkel Bootsie?“ „Ja wat denn?“ „Tante Lilly sagt Wasser ist nicht zu tolerieren. Was meint die damit?“ „Naja, die meisten Doggen mögen kein Wasser.“ „Aber Onkel Bootsie, ich bin doch eine Dogge oder?“ „Ja biste Kleener.“ „Aber ich mag in der Wanne spielen.“ „Tja, et gibt auch Ausnahmen, Kleener.“
Also wo waren wir? Ah ja mit dem Kleenen inne Wanne. Ich hab natürlich aufgepasst dat er auch ordentlich sauber wird da drin.
Denn wir hatten auch keene Lust aufn‘ juckenden Poppes. Tja, und dann brach hier dat Babyfieber aus. Weiber halt. Da musste dann ein Ställchen her, denn der Kleene konnte sich ja mal sonst in nem‘ unbeachteten Moment wehtun, und ein Bettchen musste her, und jetzt haltet Euch gut fest, der Kleene hat sogar nen‘ Kinderwagen. Jo, so ein Baby wat ein Luxusdöggelchen iss, da iss das Pflichtprogramm.

Abba nich genug. Die Mom muss ja arbeiten und der Kleene muss ja noch dauernd Pippi. Tja, und unser Babysitter kommt ja nur mittags. Und wat passiert? Richtig, die Mom stellt noch ein Kindermädchen ein, die dat Baby alle 2 Stunden versorgt. „Onkel Bootsie?“ „Ja, wat denn Kleener?“ „Es haben aber nich alle Doggenbabies Kindermädchen.“ „Nee Kleener, mit Sicherheit nicht, abba du hast halt Schwein gehabt.“ „Aber Onkel Bootsie, ich hab doch gar kein Schweinchen nur ein Kindermädchen.“ „Och Kleener, dat sacht man doch nur so.“ „Onkel Bootsie, krieg ich dann noch ein Schweinchen?“ „Frag deine Mama.“

„Also ich hatte ja noch die Hoffnung, dass der Kleine hier temporäres Asyl hat. Und sich das Babyproblem wieder erübrigt.“

„Eh, Schwesterlein, jetzt überleg mal, dat hätte jemand gesacht als du oder ich hier her durften. Außerdem iss er genauso ein taubes Nüsschen wie du.“ „Die olle Zicke ist nur mal wieder eifersüchtig weil der Kleene noch ein Baby ist und Mami viel Zeit braucht für ihn.“ „Gar nicht wahr du Dussel.“ „Doch wahr du Zicke.“ „Ja klar ihr Jungs haltet mal wieder zusammen, war ja zu erwarten.

Aber Kleener ist ja wirklich kein Name für eine Dogge.“„Wieso nicht? Mich nennt ihr doch auch Dusselchen und ich heiße Leo. Und der Bootsie heißt richtig Bootsmann, und dich rufen wir Zicke obwohl du eigentlich Lilly heißt.“ „Siehste Dusselchen, darin liegt das Problem, der Kleine hat noch keinen richtigen Namen.“ „Wir können ihn Mini-me rufen.“ „Nein, auf keinen Fall Boots, der Kleine braucht einen guten Namen. Ich denke, wir werden ihn Silas rufen. Das heißt der Loyale. Das ist ein guter Namen für eine Dogge.“ „Ich heiße jetzt Silas, Tante Lilly?“ „Ja Silas, und wenn du noch mal meine Spielzeuge zerkaust, oder dich auf meinen Platz legst, ziehe ich dir die Ohren lang, klar? Wenn du hier bleiben willst, musst du lernen wie man sich als eine anständige Dogge benimmt.“ „Ja, Tante Lilly. Juchu ich heiße Silas, Silas, mein Name ist Silas, und ich bin eine Luxusdogge!

„So Boots, jetzt nimmst du dein Mini-me, Luxusdoeggelchen Silas mal für ein Nickerchen mit auf die Couch. Es ist Mittagsruhe.“ „Aber Tante Lilly, ich bin noch gar nicht müde, gähn.“ „Ab marsch, ihr beiden.“

Na geht doch, die Mami kann man keine 5 Minuten alleine lassen, oder sie schleppt einem noch mehr Notdöggelchen an und ich kann dann gucken wie ich die ins Rudel integriert bekomme. Ihr werdet sicher bald von uns wieder hören, bis demnächst in diesem Theater.
Eure Lilly, Boots, Leo und Klein Silas

Montag, 1. Juni 2015

Kuchen gut -- Alles gut :-)

Huhu ihr, stellt Euch mal vor gestern war es endlich soweit! Ich hatte meinen ersten Geburstach bei den Luxusdoggen. Dat Schwesterchen hat zwar erst etwas sparsam geschaut, denn bis jetzt war das ja ihrer ganz alleine, und jetzt musse den mit mir teilen, aber was solls. Ich hab halt auch Geburtstach. Dat Dusselchen hat mir schon viel von Moms Geburtstachkuchen vorgeschwärmt die wir dann immer bekommen, so war ich dann auch echt gespannt. Und da guck einer, Frauchen kanns:
Mein erster Geburtstachkuchen war ein Hackfleisch in Filoteich mit Leberwurst und Maskarpone. Legger sach ich euch, super legger. Wir ham natürlich auch das hier obligatorische Geburtstachbildchen gemacht. 
Aber da die Uhren ja hier seit dem ich da bin anders laufen, war auch nicht Party inne Garten angesacht, nee nee, ich wollte Aktschen an meinem Geburtstach. Und dat ham wir auch gemacht.
Wir ham uns unseren Kuchen geschnappt und sind mit 25 anderen Wauzis und 35 Leuten auf nen Wandertag gegangen mit Mom. Da waren ganz viele neue Freunde für uns, und wir durften von der Leine und spielen. Wir sind übba 3 Std. in der Pampa und inne Wald gelaufen. Und mitten im Wald da gab es eine tolle Pause. Und wir ham Wasser bekommen, und die Leutchen hatten ihren Kuchen, und wir haben unseren Geburtstachhundekuchen mit allen Hundis dort geteilt. Die Maja hat allen gesacht das wir Geburtstach haben und hat dann an alle Hundis den Kuchen verteilt.
Die Expertenmeinung aller Hundis war, Mom darf weiter Hundekuchen backen. Da war abba auch alles verputzt.
Lilly war die ganze Zeit: „iiiehh ne Zecke, wo iss meine Decke, ich weiß genau wir kommen hier mit Zecken raus, ieeh ich hasse Zecken, Mama mach die ganz schnell weg.“ Zickenterror halt, sie blieb auch die ganze Zeit bei Mom damit die anderen sie nu ja nich dreckig machen. 
Ich habe neue Kumpels gemacht, und die haben ganz tolle Schlammlöcher gefunden, und da wollte ich auch mal rein, aber meine Mom hat irgendwie hinten Augen. Ich wurde zurück beordert sobald ich nur dran gedacht habe da rein zu gehen. Wie macht die dat bloß? Ich habe auch ganz stark extra an wat anders gedacht, und dann so ganz vorsichtig mich dahin zu bewegen, nix onne Pommes Frites dat hat die imma sofort geschnallt. Dabei iss ja so’n Schlammbad super gut für die Haut hab ich gehört.
Lilly und Mom waren dann auch müde und als wir fertich waren mit dem Laufen gab was zu futtern für die Leutchen. Mom hat unsere Decken innen Schatten gelegt und wir ham dann gewartet um Mom mit dem Rest vom Schnitzel zu helfen wenn se satt ist. Da braucht die uns imma. Denn wenn die Schnitzel bestellt, kommen da imma zwei, abba die Mom kann nur eins, und deswegen hat se ja uns, wir futtern dann dat zweite. Und die Lilly so von wegen schlanke Linie und so, die haut ganz schön rein.
Und danach sind wir nach Hause gefahren. Lilly hat natürlich drauf bestanden das Mom sie ganz genau nach Zecken absucht, hat abba keine gehabt. Und ich wurde auch abgesucht, abba ich hab da schon Heia gemacht auffe Couch. Es hat voll Spass gemacht son Geburtstach hier. Unten seht ihr noch ein Gruppenbild, schaut mal ob ihr uns findet.


Liebe Grüße Eurer Bootsie

Donnerstag, 21. Mai 2015

Walpurgisnacht – oder wenn die Katzen fliegen

Tachchen liebe Gemeinde, mich kennt ihr schon vom vorigen Blog vom Lästerschwein, eh Schwesterlein (rein freudscher Dreher ich schwör), ich bin der Bootsie und da die Damen mal wieder super biissie sind, mach ich hier mal weiter, sonst denkt ihr ja bei uns iss nix los. Ich bin ja dat nu Kid on se Block, und seit ich hier wohne muss ich ja auch Inglisch lernen. Denn meine nu Mom spricht ja denglisch und wenn wir was machen sollen, sacht die immer was anderes. Also sit geht ja noch, da sagt se halt das z nicht, aber Dauuun? Dat hab ich nur kapiert weil ich dat beim Dusselchen abgeguckt hab. Der übersetzt wenigstens wenn ich wat nich gleich kapier, das Zickenschwesterchen rümpft nur dat Näschen und behauptet ich sei unedjukätet. Na wir Männer kommen auch ohne die Queen of se Haus klar. Die meint imma nur alles muss sich um ihren Popo drehen.

Abba mal zurück zum Thema, Walpurgisnacht, Boah ich sach euch wat is et hier abgegangen, dat glaubt ihr in hundert Jahren nich. Hier war PAAARTYYY!!! Nee, nee die Besen von unserer Mom haben wir vorsichtshalber mal geparkt, geht ja gar nich so ohne Doggen fliegen gehen… Nee, nee dat wars nich. Dafür iss aber die Katze geflogen. Oh was sach ich Euch, ich lach mich immer noch schepps wenn ich dran denken muss, so richtich Freiflug und so…


Abba von Anfang an, also wir ham es uns so richtich schnuckelig gemacht. Mama fein im Sessel und wir uffm Sofa. Mama hat nen tollen Gruselfilm angemacht und dat Dusselchen und ich haben uns fein auf dat Wolfsgeheul im TVEE eingesungen. Ja singen kann ich jetzt auch, ich bin ein Rockstar, das Dusselchen iss nen toller Chorleiter. Mama war leicht angefressen weil se imma dat TVEE lauta machen musste weil se vor lauter Gesang kaum noch die Menschen im Film hören konnte. Und gerade als wir so richtich schön drin waren, kam der Chor dazu. Dachten wir eben so. Abba Mama hat uns angeraunzt mal gefälligst eben die Klappe zu halten. Und da es der ernst war, ham wir dat ganz schnell gemacht. Mama meint nich oft wat ernst, abba wenn, dann machste mal ganz schnell hinne odda et gibt wat auf dat Hinterföttchen.

Und da hörten wir es auch, Boah ich sach Euch ein Geschrei, und ein Fauchen und Knurren und so ganz furchtbar gruslige Schreie. Mama stand wie von der Tarantel gestochen auf und flitzte Richtung Scheune. Wir mit und wir waren natürlich mal wieder schnella und dann gabs Stress im Türrahmen, der Dussel und ich wollten mit Mama gleichzeitich durch. Ich dachte imma Mama iss ne Dame, abba mal so ganz unta uns, Mann wat kann die toll fluchen und das zweisprachich. Ich bin ganz stolz auf se. Naja, dann hat se sich einfach an uns vorbei geschoben mit samt der Zicke im Fahrwasser. Imma müssen wir Gentleman sein und die Ladies vorlassen, irgendwie schon ungerecht. Also haben wir mal wieder die hinteren Reihen am Geschehnis Ort besetzt. Mama ist zur Scheunentür gewetzt und riss sie auf und da wars.

Boah, rechter Haken, fieser linker Haken in die Rippen, richtich feste gebissen, ja Maci gibs ihm!! Wir waren hin und wech unser Kater Mac versohlte einem dreimal größeren roten Etwas gehörich den Hintern. Der Rote kreischte was das Zeug hielt, abba gegen unsern Mac hatte der nicht die leiseste Chance. Wir wollten gerade an den Mädels vorbei um uns dat genauer anzugucken und Ringrichter zu spielen da schlug uns Mama einfach die Türe vor der Nase zu. Gemeinheit ist das, fast hätte sie unser sensitives Näschen zwischen Tür und Rahmen eingequetscht. Und dann drehte sich noch die Zicke um und fauchte uns ins Gesicht, wir waren mal wieder zu nah an ihr heiliges Popöchen gekommen. Dat hasst die wie die Pest und wenn wir mal da unschuldich schnuppern wollen, schenkt die uns gleich einen ein mit dem Haifisch Gebiss.

Und dann ging die Türe wieder auf und da war Mac. Und der segelte im hohen Bogen über uns wech. Mama hat dem Burschen nen Freiflug verordnet. Boah, ihr hättet dem sein Gesicht sehen sollen, ich mach mir jetzt noch in die Büx vor Lachen wenn ich nur dran denk. Leida ham wir kein Bild davon, abba ich bin mir sicher ihr habt jetzt Kopfkino. Und wie Katzen so sind, landete der hinter uns auf allen vieren. Dat Dusselchen war so geheipt dass er gleich zu Mac rannte um ihm zu gratulieren. Nur der war mega schlecht drauf und stinke sauer. Und zack hat sich dat Dusselchen eine gefangen. Jetzt war der auch sauer, und da dat ja jetzt mein Bruder iss, und Brüder imma zusammenhalten, musste ich ihm ja helfen. Und dann ham wer Mac mal kurz die Treppen hochgejagt. Wir waren kaum oben da war auch schon die Mama wieder in Szene und hat uns kurzer Hand eine aufs Föttchen gebrannt, Aua. Und dann mussten wir wieder runta und ins Bett und bleiben. Lilly durfte wieder aufs Sofa und dat Dusselchen schmollte. Dann guckt uns die Zicke an weil wir vor lauter Aufregung ganz viel gesabbert haben und meinte Boyz druul and Görls ruul, wat imma dat auch heißen mag.

Dann kam Mama wieder von der Scheune und hat gleich mal die Zicke gelobt weil sie so brav ist. Und dann hat sie Lilly erzählt dass das große rote Etwas eine Füchsin war die sich verirrt hatte und ganz hungrig war. Und das die wahrscheinlich bald noch mehr Füchslein bekommt. Und da Mac so garstig zu ihr war, hat Mama der Füchsin auch noch sein Fresschen überlassen. So als Entschuldigung. Sach mal iss das normal? Sind alle Weiber so? Die Zicke machte ein mitleidiges Gesicht, und kriegte prompt nen Keks von Mama und die beiden futterten ihre Kekse einträchtig uffm Sofa und haben sich ne Liebesschnulze angemacht aufm TVEE. Für uns Jungs war der Abend gelaufen. Wir wurden ignoriert, keine Ahnung warum, Weiber halt. 

Abba Mac punktete noch für uns, der hat prompt am nächsten Tag die ganze Scheune mit Pippi markiert, wenn die Mama mal nich hinguckt machen der Dussel und ich das auch, das haben wir uns fest vorgenommen.

Euer Bootsie

Sonntag, 12. April 2015

Bettikette


Also wir wissen ja nicht wie das bei Euch Zuhause so ist, aber wir Luxusdoggen sind ja sehr fokussiert auf die Art wie wir uns betten. Das konntet ihr ja schon den wissenschaftlichen Arbeiten unsers legendären Sofaexperten Luca entnehmen. Die meisten Hundebetten sind für Doggen total inadäquat, wenn sie nicht sogar schon als abartige Haltungsbedingungen zu werten sind. „Eh Lilly, was issn inadat?“ „Dusselchen, wenn Du nachts auf dem Teppich schlafen müsstest.“ „Wieso muss ich denn jetzt auf dem Teppich schlafen? Mami, die Lilly sagt ich darf nicht mehr ins Bett! Aber bei uns dürfen aber alle ins Bett, und nur weil die Lilly immer zuerst rein springen darf, kriegt sie am meisten Platz. Immer darf die weiße Zicke alles bestimmen, gemein.“ „Och Dusselchen der Boots ruft dich, der hat schon wieder seinen Ball verloren, geh mal schnell suchen helfen.“ „Oh, Ball suchen, oh ja, oh ja, wo ist der Balla? Warte, ich komme Boots!“

Wo waren wir? Richtig, die standardsgemäße Bettikette für Doggen. Da wir in Größe und Gewicht dem menschlichen Körpers entsprechen, liegt es auf der Hand, dass wir auf keinen Fall eine niedrigere Qualität als Schlafgelegenheit akzeptieren sollten, als sie für den Mensch als angemessen gilt. Daher stammt unsere instinktsichere Affinität, es uns auf den Sofas und Betten unserer Menschen bequem zu machen. Bei gut trainierten Doggenmenschen ist es eine Selbstverständlichkeit ihr Sofa und Bett mit ihren Doggen zu teilen. Bei Doggenneulingen sind oft Schulungen mit erfahrenen Doggen notwendig. Wichtig ist nicht nur die Qualität der Matratze, sondern man sollte auch darauf achten sein eigenes Kopfkissen und Decke zu bekommen. Hier ist der unerfahrene Doggenhalter oft komplett überfordert und man muss ihm helfen die Notwendigkeit mehrerer Bettdecken und Kissen im Bett zu erkennen. Da Menschen leider nur durch gute und schlechte Erfahrungen lernen, muss man am Anfang dem Mensch sein Kopfkissen und Bettdecke wegnehmen während er schläft. Ich weiß, das scheint eine etwas drastische Methode zu sein, hat sich aber in der Praxis als besonders schnell wirksam durchgesetzt. Erst wenn der Mensch nachts friert und morgens mit einem steifen Genick aufwacht, erkennt er den allgemeinen Bedarf für extra Kissen und Bettdecken im Bett.

Der zweitwichtigste Punkt ist die Position und Platzverteilung der Doggen im Verhältnis zum Menschen. Um Anfangs den Mensch darauf zu trainieren mit seiner Dogge das Bett zu teilen, sollte man sich zuerst klein am Fußende des Betts zusammen rollen. Da ein Mensch am wenigsten Platz für seine Füße braucht kann man ihn so schrittweise daran gewöhnen seine Schlafposition zu beschränken. Ist der Mensch eingeschlafen, verändert man innerhalb der Nacht mehrfach seine Position und drängt den Menschen vorsichtig in seine Endschlafposition an der Bettkante. Aber Achtung, untrainierte Menschen fallen einem gerne aus dem Bett, und wenn das passieren sollte, war die ganze Arbeit der Nacht umsonst und man muss von vorne anfangen. Als unser Luca unsere Mami trainierte, sicherte er sie anfangs gegen das aus dem Bett fallen indem er sich auf ihre Zudecke legte. Eine wirklich sehr ausgefeilte Technik. Mit je mehr Doggen der Mensch das Bett teilt, je wichtiger ist es natürlich dem Menschen seinen nächtlichen Bewegungsdrang so gut wie möglich abzugewöhnen. Anfangs hilft es, wenn sich zwei Doggen rechts und links vom Menschen auf seine Zudecke platzieren, sodass der Mensch nachts sicher fixiert ist.

Wenn mehr als zwei Doggen im menschlichen Bett verweilen, sollte man:
a) den Menschen freundlich auffordern ein größeres Bett zu kaufen (manchmal ist es hier unerlässlich den Menschen aus dem Bett fallen zu lassen, oder plötzlichen Erstickungsanfällen auszusetzen, indem man sich vorsichtig auf seiner Brust niederlässt),
b) dem Menschen beibringen, dass er nicht unbedingt vertikal zur Bettkante liegen muss.

Das Biegen der menschlichen Gliedmaßen um Doggenkörper ist rein orthopädisch als sehr wertvoll anzusehen. Ist doch der Mensch mit seiner meist sitzenden Tätigkeit tagsüber, nachts sowieso total verspannt, kann man ihm durch die Wärmezufuhr und krankengymnastisches strecken, dehnen, und biegen des Körpers die verspannte Muskulatur entlasten. Das ist anfangs leider etwas schmerzhaft und auch ungewohnt für den Menschen. Er beschwert sich häufig über die wohlgemeinten Maßnahmen, aber verantwortungsvolle Doggen werden sich natürlich nicht durch diese kindischen Nörgeleien davon abhalten lassen das Beste für Ihren Menschen zu tun. Mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch an die variierenden Schlafpositionen und erkennt wiewohl es ihm tut sich um seine Doggen herum zu betten.

Unsere Mami ist natürlich bestens trainiert. Sie kann ohne das Gewicht einer Dogge im Rücken gar nicht mehr einschlafen. Daher schildere ich jetzt Euch unser Bettszenario, sodass ihr vielleicht daraus einige Pointer entnehmen könnt. Also wie unser Dusselchen schon erwähnte, springe ich immer zuerst ins Bett. Zum einem bin ich ja eh die Prinzessin, und zum zweiten muss ich die Positionen der anderen zuweisen und kontrollieren. Ich bin dabei sehr genau, denn ich möchte weder einen Stinkepopo der Jungs nahe meiner Nase haben, noch meinen Schönheitsschlaf durch irgendwelche im Traum zuckenden Pfoten gestört sehen. Denn es ist ja ganz klar, die Jungs gehören zu Mami. Also beanspruche ich die rechte untere Hälfte des Betts für mich. Wenn ich es mir bequem gemacht habe, kommt Mami und deckt mich mit meiner Decke zu. Je nach Laune fordere ich noch ausgiebige Streicheleinheiten ein. Solange haben die Jungs stehend vor dem Bett zu warten. Dann darf der Boots ins Bett springen und er muss sich so klein wie möglich am obersten rechten Kopfende des Betts zusammenrollen. Dabei muss sein Popo von mir wegzeigen, und seine Schnute auf dem Kissen Mami zugewendet liegen, nur für den Fall das sie nachts knutschen will. Auch er wird dann zugedeckt von Mami. Dann darf das Dusselchen ins Bett. Und egal wie oft wir versuchen dem Bub beizubringen seinen Platz richtig einzunehmen, schafft er das nicht auf Anhieb. Mami muss sich erst ins Bett legen und ihm ihre Beinkuhle anbieten als Leitlinie, sodass er sich da zusammenrollen kann. Und wehe die Jungs kriegen das nicht gleich hin. Muss ich mich erheben um sie zu korrigieren, müssen alle vom Bett runter und von vorne anfangen, außer mir natürlich. Anbei ein anschauendes Bild minus Mami, da sie ja auf den Auslöser drücken muss.


Ich hoffe die hier lesenden Hunde konnten meinen Erläuterungen nützlichen Pointers in dem Umgang mit Menschen im Bett entnehmen. Solltet ihr noch Fragen haben, dürft ihr Euch selbstverständlich vertrauensvoll an mich wenden.
Eure Lilly

Montag, 30. März 2015

Totgesagte leben länger, oder die Luxusdoggen kommen wieder aus der Versenkung

Tja, wo soll man nur anfangen? Unsere Mami hat ja seit September nichts mehr im Blog geschrieben. Unser Schwarzer fehlte uns allen so, und es ging einfach nicht mit dem Schreiben. Natürlich haben wir alle versucht uns abzulenken, jeder so auf seine Weise. Aber das ging auch schief. Mami hat sich in die Arbeit gestürzt und hat sich als Notvorstand von NotDogge einsetzten lassen. Und auf einmal hatte sie ganz viel zu tun, ist irgendwie ständig am Telefon abends und versucht ganz vielen Notdöggelchen ein neues Sofa zu suchen. Warum die ihr altes nicht behalten können, weiß ich nicht, aber vielleicht sind die ja wie unser Luca und haben es gefressen?

Leo hat versuchte sich Sicherheitschef und fing an bei jedem kleinsten Geräusch zu bellen. Der hatte einfach Schiss in der Hose ohne den großen Schwarzen Zuhause, buchstäblich. Der bekam Magenschmerzen und kotzte und schiss jeden Tag mehrmals in unsere schöne Wohnung. Ich bin schon gar nicht mehr nach unten gegangen bis Mami heim kam. So einen Gestank verträgt meine sensible Nase nicht, da wird mir auch schlecht. Mami war mit Leo Dauergast bei unserem Tierarzt, und wir haben alles versucht damit der Dauerdurchfall und die Kotzeritis aufhören. Ich war schon so verzweifelt, dass ich mir überlegt habe, auch mal für ein neues Sofa zu inserieren. Aber man kann die Beiden ja nicht alleine lassen.

Leo ging es immer schlechter, er wurde ganz dünn und er wurde immer trauriger und immer nervöser. Nix mehr mit Mamis Sonnenscheinchen, jetzt hatten wir nur noch Mamis Scheisserchen. Der Dussel trieb mich schier in den Wahnsinn, weil er ständig aufgeregt hin und her lief wenn wir alleine waren. Aber auf mich hören wollte er auch nicht. Was noch schlimmer war, oft lagen Mami und Leo abends zusammen und heulten wegen dem Schwarzen um die Wette. Gut, ich vermisse den ollen Brummbär auch, aber mit denen beiden war es echt schlimm. Am Schluss musste das Dusselchen noch Happypillen nehmen, da er der Tierarzt keine körperlichen Ursachen feststellen konnte für die Bauchschmerzen. Er meinte nur das Dusselchen trauert ganz heftig um seinen großen Bruder.

So ging es nicht weiter, es musste etwas passieren und zwar schnell. Ich brauchte Verstärkung hier. Man kann doch nicht alles alleine machen, da bekommt man ja Gehirnflöhe. Also schaute ich über Mamis Schulter und las die Inserate von Notdöggelchen die eine neue Couch suchen. Da ich hier die Prinzessin bin, habe ich nur nach Jungs gesucht. Und auf einmal, ich konnte meine Augen kaum glauben, hatte da mein großes Brüderchen inseriert. 


Ich hatte schon lange von Bootsmann nichts mehr gehört. Wir waren schon immer sehr dicke als Babies und er ist mein Lieblingsbrüderchen. Hier ein Baby Bild von uns:


Schnell schrieb ich ihm als Mami nicht aufgepasst hat, und er war so froh von mir zu hören und versprach so schnell wie möglich zu kommen und mir mit den beiden zu helfen. Genauso schnell habe ich Mami überzeugt dass eine weiße Dogge ja schon ganz toll ist, aber dass zwei noch viel viel besser sind. Und dem gelben Dusselchen habe ich versprochen das er zu Weihnachten sein ganz eigenes Pony bekommt. Wenn er schon sein Brüderchen nicht mehr hat, kann er ja meins mit haben.


Tada! Eine Woche vor Weihnachten war es dann soweit. Bootsmann kam aus München angereist und zog bei uns ein. Unser Dusselchen war ganz überwältigt von seinem neuen „Pony“ (ähm mein Brüderchen ist sehr groß, in jeder Hinsicht) und er heftete sich gleich überglücklich an Bootsmanns Popo und ist seitdem ein Boots-hinterher-lauf-Dussel. Und Bootsmann erkannte sofort dass unsere Mami auch unter schwerem Entzug litt. Luca war ja immer ihr Schatten gewesen, und so nahm jetzt unser Boots den Platz an ihrer Seite ein und knutscht sie wann immer er kann. Und da er so groß ist, muss sich Mami auch beim knutschen kaum bücken. 


Endlich ist hier wieder Frieden eingekehrt. Der gelbe Dussel hat kein Bauchweh mehr, die Wohnung bleibt schön sauber, die Mami hat jetzt wieder einen Schatten und ein Sonnenscheinchen. Und ich kann mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich hier Prinzessin zu sein. Ich muss zwar den Posten des Sicherheitschefs übernehmen, da mein Brüderchen Boots ein großes Schäfchen ist, aber dafür hilft er bei der Öffentlichkeitsarbeit mit. Und vor allem beschäftigt er das gelbe Dusselchen und Mami. Es ist zwar bald Ostern, aber ihr kriegt trotzdem ein paar Weihnachtsbilder von uns, denn endlich sind wir wieder komplett.




Und hier noch mit unserem Babysitter


Liebe Grüße Eure Lilly

Mittwoch, 10. September 2014

Der Preis eines Seelenhundes oder “A Pound of Flesh”

Der Begriff Seelenhund wird ja heute recht oft benutzt. Jeder Hundebesitzer liebt seine Hunde und versucht das auch zum Ausdruck zu bringen. Und ganz klar, wenn einer einen Seelenhund hat, hat der andere mindestens drei.


Auch ich habe in meinem Leben schon sehr viele Hunde besessen und auch sehr geliebt. Aber seit Luca weiß ich, dass man wirklich sehr tief mit einem Hund verbunden sein kann. Eine Verbindung die über die „normale“ Beziehung zu einem Hund hinausgeht. Im Banalsten ist es das „Arsch auf Eimer“ Prinzip, im abgehoben Sinn fast eine Symbiose. Es ist schon etwas dran an dem Spruch das man nicht unbedingt den Hund bekommt den man will, aber den Hund den man braucht.

Ich hatte nie geplant eine, geschweige denn drei Deutsche Doggen zu besitzen. Bevor ich Luca an einer Autobahnraststätte als Welpe fand, plante ich mir einen Gordon Setter zu kaufen und hatte schon einige Züchter in der engeren Auswahl. Ich bin mit Münsterländern, Irischen Settern, Heidewachteln und Teckel aufgewachsen. Meine Sophie war wohl ein Labrador-Setter Mix, und mir lagen Jagd- und Vorstehhunde schon immer.

Aber Erstens kommt es immer anderes, als man Zweitens denkt. Seelenhunde sind vielleicht zum Teil vorbestimmt, aber ich denke sie entwickeln sich auch dazu. Klein Luca stellte kurz nach seiner Ankunft bei mir Zuhause mein Leben mal eben auf den Kopf. Ich hatte schon einige Welpen gezogen und ging recht routiniert an Lucas Erziehung heran. Nur Luca fiel aus jedem mir bekannten Schema X. Er war nicht leicht zufrieden zu stellen mit Futter, Spiel, Schlaf und Zuwendung, nein, er wollte mehr und das bitte durchgehend. Wenn ich ihn auch nur Minuten alleine ließ, fing er jämmerlich an zu schreien. Nicht zu winseln, jaulen oder bellen, nein er schrie. Dabei war er nicht ängstlich oder verschreckt, nein er forderte mich nur sehr bestimmt dazu auf mich aller Zeit gefälligst in seinem Dunstkreis zu bewegen.



Da Trouble mein voriger Hund sehr ängstlich bis panisch von Natur aus war, hatte ich zu der Zeit eine etwas einseitige Prägung und deutete Lucas Geschrei als Verlustangst. Ja, ein mitleidiges Lächeln ist schon angesagt, der Bursche hatte mich in kürzester Zeit auf seinem Speed Dial und rief kontinuierlich durch. Es führte dazu, dass ich ihn kaum alleine lassen konnte. Ich nahm ihn also mit ins Büro, machte Home Office wie ich konnte, verminderte meine Geschäftsreisen usw. Je größer er wurde, je schwieriger wurde es ihn im geschäftlichen Bereich mitzunehmen. Über kurz oder lang wechselte ich meine Arbeitsstelle um volles Home Office zu haben. Luca hatte auf der ganzen Linie gewonnen, er hatte mich jetzt 24 Stunden fest in den Pfoten und bestimmte unseren Tagesablauf.

Luca hatte die Seele eines Bahnbeamten, man konnte die Uhr nach Luca stellen. Morgens Punkt 5:30 Uhr war die Nacht herum und spätestens um 6:00 Uhr war man auf der ersten Runde. Um 6:30 gab es das Frühstück, und wehe es war kein Leberwurstbrot dabei. Von 7:30 bis 12:00 Uhr mittags durfte ich arbeiten unter der Aufsicht von Luca der immer unter 1 m Distanz von mir schlief. Um 12:00 war die große Mittagsrunde angesagt. Ab 1:30 Uhr durfte ich wieder bis 16:00 Uhr arbeiten und dann war Abendessen angesagt. Danach durfte ich mich seiner Pflege und seinem körperlichen Wohlbefinden widmen, auch gerne mit ausgiebigen Massagen. Wenn ich kochte, war er bei mir in der Küche um vor zu kosten und zu stibitzen und abends beim Fernsehen gucken war natürlich kuscheln auf dem Sofa angesagt. Punkt 22:00 Uhr nach einer kurzen Abendrunde wollte der Herr ins Bett und natürlich nicht alleine.

Mir war lange nicht bewusst wie sehr Luca meinen Alltag bestimmte. Ich war der Meinung eine Routine tut einem Welpen gut, und Luca war der Meinung mit einer guten Routine hat er die Lage und mich besser im Griff. Es kam wie es kommen musste, Luca kam in die Pubertät und verselbstständigte sich weiter. Nur waren die Folgen für mich wesentlich unangenehmer, denn Luca pöbelte gerne. Er pöbelte andere Hunde an und natürlich auch Leute und zog mich Rodeo Style durch die Gegend. Unsere Spaziergänge wurden für mich zur Qual und ich ging mit Luca anderen immer weiter aus dem Weg. Kurzum, bald war es nicht mehr erträglich und ich sah ein, dass Luca erhebliche Erziehungsdefizite hatte.

Ich begab mich, Luca und seine Erziehung in kompetente Trainerhände. Die nächsten zwei Jahre stritten Luca und ich uns teilweise heftig über die Inhalte seiner Erziehung. Luca war ein ausgesprochen Charakterstarker und selbstbewusster Hund und nur weil einer meinte, er könne ihm sagen was er zu tun oder zu lassen hat, hieß das noch lange nicht das Luca es auch annahm. Die mildeste Form seines Protests war den Menschen völlig zu ignorieren, aber wenn das nicht half, konnte Luca auch sauer werden und dann knurrte oder schnappte er auch mal. Um Luca eine gute Besitzerin zu sein, musste ich eine bessere Hundeführerin werden. Ich hatte eine sehr steile Lernkurve vor mir. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur Hunde erzogen die mir gefallen wollten und sehr leicht erziehbar waren.

Aber meine Liebe zu Luca war groß genug mich dieser Aufgabe zustellen, auch hatte er meinen Ehrgeiz entfacht, und ganz so leicht wollte ich nicht das Feld räumen. Was folgte war ein manchmal sehr steiniger Weg mit einigen Rückschlägen, aber weder Luca noch ich gaben auf. Das Schönste daran war das wir Freude am Arbeiten entwickelten. Luca drehte sich von einem Hund der mich nur als Personal sah, zu einem Hund der aufmerksam und präzise mit mir arbeitete. Je mehr wir zusammen arbeiteten, je enger wuchsen wir zusammen. Wir erreichten oft einen Zustand voller Harmonie wo es schon schien als würden wir durch unsere Übungen zusammen tanzen. Wenn wir das schafften, strahlten seine klugen Augen voller Freude und er lächelte über das ganze Gesicht.


Auch Zuhause hatte sich die Situation wesentlich verbessert, er war immer noch mein liebevoller Schatten, aber ich konnte ihn auch mal wegschicken wenn er im Weg war. Er konnte gut alleine bleiben und nahm auch seine Aufgabe als Wachhund gerne auf, wenn ich nicht da war. Tatsache ist, dass Luca mich in diesen Jahren genauso viel, wenn nicht mehr erzogen hat als ich ihn.

Aber die Beziehung wurde immer tiefer je mehr wir auf einander achteten. Ich begann ihn zu beobachten und konnte schon an den kleinsten Bewegungen seine Gemütslage erfassen und umgekehrt. Unsere Unterhaltung wurde eine ohne Worte. Und obwohl wir durchaus ohne den Anderen klar kamen, waren wir am Glücklichsten wenn wir unsere Zeit zusammen verbringen konnten. Luca wusste immer wann ich seinen seelischen Beistand brauchte und umgekehrt.
Als ich einmal eine schwere Grippe hatte und mit den Hunden allein Zuhause war, half er mir ins Badezimmer und zurück ins Bett weil ich so zittrig und schwach vor Fieber war. Er bot mir seinen Rücken zur Stütze an. Er blieb bei mir die ganze Zeit im Bett und verließ mich nur um draußen sein Geschäft zu verrichten. Er hatte auch keine Probleme dunklen Elementen gleich klar zu machen, dass er mich bis aufs Blut verteidigen würde. Luca stand in jeder Situation souverän an meiner Seite und für mich gab es nichts Schöneres als an seiner Seite zu stehen.

Unsere Beziehung vertiefte sich mit jedem Jahr. Es war manchmal schon komisch, bekam ich eine Erkältung, hatte er sie auch. War mir schlecht, kotzte er. Hatte er Durchfall konnte ich davon ausgehen das mich das Übel auch heimsuchen würde. Wir fühlten die Schmerzen, Freude, Ärger und auch Frustrationen des Anderen. Bis zum Schluss, als er sehr krank wurde. Wenn er nicht mehr hoch kam, verbrachte ich meine Nächte mit ihm auf seiner Matratze und wir litten zusammen.


Und dann kommt dieser beschissene Moment wo man schlagartig wieder alleine ist. Man hat immer noch die gleiche Familie, Freunde, und auch die anderen Hunde und trotzdem ist da das Gefühl jetzt ganz alleine zu sein. Dieser Verlust, dieses Pfund Fleisch, das aus Herz und Seele gerissen wird, ist der Preis einen Seelenhund gehabt zu haben. Der Schmerz ist sehr heftig und die Trauerarbeit super hart. Aber egal wie weh es jetzt tut, ich würde alles auf Stelle noch mal machen, auch die nicht so tollen Zeiten, nur um diesen Hund in meinem Leben zu haben.

Ich hatte das Glück von Lucas 9 Jahren circa 6 Jahre die Welt durch seine Augen zusehen. Ich konnte mit ihm in der Gegenwart leben wie Hunde es nun mal tun und dabei Vergangenheit und die Sorgen um die Zukunft vergessen. Alleine gelingt mir das noch nicht so richtig, aber ich übe fleißig mit Leo und Lilly das beizubehalten. Ich weiß nicht ob ich je wieder einen Seelenhund bekomme, aber ich bin sehr dankbar dass ich einmal so eine Beziehung mit einem Hund erleben durfte. 


Freitag, 22. August 2014


 Es ist immer so schwer einen Seelenhund zu verlieren. Aber ich habe ihm immer versprochen das ich ihn nicht leiden lasse. Und dieses Versprechen musste ich dann letzten Donnerstagabend einlösen. Luca hatte sich nicht wieder vollständig von seiner Krankheit im Mai erholt. Er hatte immer wieder Rückfälle, erst alle paar Wochen, dann alle paar Tage. Er kam zwischendurch nicht hoch, er hatte viel Durchfall und es ging ihm oft schlecht und er brauchte Schmerzmedis. Am Donnerstag war es besonders schlimm und wir haben ihn dann erlösen lassen. So sehr er mir fehlt, war es doch die richtige Entscheidung. Wenigstens tut nur mir jetzt was weh.